Wenn der Inder zweimal isst…

Merkel findet Erklärung für steigende Lebensmittelpreise… und Hunger-Unruhen in der Dritten Welt…
In mehreren Ländern ist es wegen des starken Anstiegs des Reis-Preises zu Unruhen gekommen. In Haiti stürzte die Regierung nach tagelanger Gewalt. Der Internationale Währungsfonds (IWF) hatte vor politischen und sozialen Gefahren des Preisanstiegs mehrfach in den letzten Jahren gewarnt, der die Existenz Tausender Menschen bedrohe. In Ägypten, Burkina Faso, Indonesien, Elfenbeinküste, Mauretanien, Moçambique und Senegal, Kamerun, Marokko, Guinea und Guinea-Bissau kam es zu Hunger-Demonstrationen und Ausschreitungen die teilweise brutal durch Polizei und Militär niedergeknüppelt wurden. Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) in Rom rief bereits mehrfach die internationale Gemeinschaft »dringend« dazu auf, Gelder und vor allem Lebensmittel für akut erforderliche Hilfen in in diesen Ländern bereitzustellen.
Völlig unbeachtet von allen Medien des Westens, kam es in den letzten Monaten vor allem in den Großstädten der genannten westafrikanischen Länder wiederholt zu Hungerrevolten und Protestmärschen.
Am Regierungssitz der Elfenbeinküste Abidjan wurde bei Demonstrationen im März ein 25jähriger getötet. Die senegalesische Polizei zerschlug am 30. März gewaltsam eine Demonstration in der Hauptstadt Dakar, wo es seit November zu Protesten gegen die Teuerung kam, und griff Journalisten an, die über den Protest berichten wollten.
Nicht mehr zu umgehen waren offenbar-nach wochenlangem Ignorieren-Berichte über die jüngsten Ereignisse in Ägypten.
Ein angekündigter und mit brutalen Mitteln unterdrückte Generalstreik mündete in schwerste Zusammenstöße.
In der nord­ägyptischen Industriestadt Mahalla el Kobra kam es zu Gefechten zwischen Textilarbeitern und Sicherheitskräften.
Rund 100 Menschen erlitten Verletzungen, etwa 200 wurden festgenommen. Die Streikenden behinderten den Zugverkehr und warfen Ziegelsteine auf die Polizei, die Tränengas, Gummigeschosse und Knüppel gegen die Demonstranten einsetzte.
Nach einigen Berichten an den Streiks Beteiligter gab es vier Tote.
In Ägypten hatten sich die Preise für Grundnahrungsmittel in den letzten 6 Monaten praktisch verdoppelt.
Ähnliches gilt für Westafrika, dessen Kollektivwährung CFA fest an den Euro gekoppelt ist.
In einer Erklärung wies WFP ausdrücklich darauf hin, daß die steigenden Preise zu weiteren Unruhen führen werden.

Noch-Bundeskanzlerin Angela Merkel allerdings sieht die ganze Sache sehr gelassen und gibt-im Gegensatz zu vielen Entwicklungsexperten und Entwicklungspolitikern- ausdrücklich nicht der ständig steigenden Biosprit-Produktion die Hauptschuld an der Preisexplosion bei Nahrungsmitteln.
Ursache sei vor allem die nicht ausreichend vorhergesagte Änderung der Ernährungsgewohnheiten in Schwellenländern.
In Indien etwa nähmen inzwischen rund 300 Millionen Menschen eine zweite Mahlzeit am Tag ein, sagte Merkel. „Wenn die plötzlich doppelt soviel Nahrungsmittel verbrauchen als sie das früher gemacht haben und dann auch noch 100 Millionen Chinesen beginnen Milch zu trinken, dann verzerren sich natürlich unsere gesamten Milchquoten und vieles andere“, sagte die CDU-Chefin und Noch-Bundeskanzlerin.
Merkel widersprach damit Darstellungen der Weltbank, aber auch von Politikern etlicher Länder und der deutschen Entwicklungshilfeministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul bei der Frühjahreskonferenz von IWF und Weltbank in Washington.
So heißt es in einer Weltbank-Studie, die steigende Biosprit-Produktion habe teils erheblich zum Anstieg der Nahrungsmittelpreise beigetragen.
Merkel relativierte die Bedeutung der verstärkten Biokraftstoff-Nutzung für die deutsche Klimaschutz-Politik. Durch den verstärkten Einsatz erneuerbarer Energien wolle die Regierung insgesamt bis 2020 rund 270 Millionen Tonnen CO2 einsparen.
Auf die von der Regierung durchgepeitschte Nutzung von Biokraftstoffen entfielen davon „nur“ fünf Millionen Tonnen.!
Wieczorek-Zeul hingegen, hatte von Studien gesprochen, die der Biosprit-Produktion 30 bis 70 Prozent der Schuld für den Anstieg der Agrarprodukt-Preise geben.
Nach Ansicht der Umweltschutzorganisation Greenpeace wird auch der Biosprit der zweiten Generation „vom Acker kommen“ und mit Nahrungsmitteln konkurrieren. Der enorme Rohstoffbedarf der Anlagen werde ohne Importe nicht befriedigt werden können. „Es wird also nicht etwa deutsches Restholz verfeuert, sondern viel wahrscheinlicher Energiepflanzen von überall auf der Welt“, stellte Greenpeace-Expertin Ulrike Kallee fest.
Biokraftstoffe der zweiten Generation seien in der Herstellung sogar noch teurer als Ethanol und Biodiesel, da die Anlagen, die dafür benötigt werden, sehr teuer sind. Der Sprit müsse also hoch subventioniert werden, damit er sich am Markt halten könne.

3 Antworten

  1. Nicht zu fassen, was für einen Stuss die gute Frau von sich gibt. Wann erhalten Deutschlands Bürger endlich die Möglichkeit Ihre Volksvertreter direkt zu wählen? Ich denke Leute wie Frau Merkel oder auch Herr Schäuble und Konsorten wären schnell Geschichte, wenn nicht mehr die Parteien entscheiden könnten wer Kanzler/in wird und wem man die Ministerposten zuschanzt.

    „Das schlimmste was ein Volk machen kann ist sich von einem Staat regieren zu lassen!“ Michail Bakunin

  2. Man muß vielleicht fairerweise erwähnen, daß wegen des schlechten Wetters beinahe weltweit die Ernten recht schwach ausgefallen sind. Das dürfte mit den Auswirkungen des Spritanbaus etwa gleich auf liegen.

  3. Zunächst war ich sprachlos und dann suchte ich nach einem passenden Wort für Frau Merkel.
    Arrogant?
    oder
    Pervers?
    oder
    Zynisch?

    Nein, da gibt es kein passendes Wort für die Bemerkung dieser Frau.
    Die Arme konnte ja nicht voraussehen, daß auch ein Inder sich satt essen möchte. Sie selbst ist ja ganz gut genährt, wie wärs, wenn sie eine ihrer Mahlzeiten am Tage ausließe und diese Mahlzeit einem hungrigen Inder spenden würde?

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