Libyen zieht sieben Milliarden US-Dollar auf Schweizer Bankkonten ab und beendet die Wirtschaftskooperation mit dem Alpenland.
Das meldete die Agentur FP unter Hinweis auf die libysche Nachrichtenagentur Jana.
Die Wirtschaftskooperation sei als Zeichen des Protestes gegen die “schlechte Behandlung” seitens der Polizei in Bezug auf “libysche Diplomaten und Geschäftsmänner” in Genf eingestellt worden. Am Mittwoch verkündete das libysche Unternehmen Tampoil die Einstellung der Öllieferungen an die Schweiz.
Libyen ist der größte Öllieferant der Schweiz und deckt rund ein Drittel ihres Bedarfs.Außerdem kontrolliert Libyen ein Ölverarbeitungswerk im Kanton Wallis sowie 320 Tankstellen in der Schweiz.
Im Sommer hatte die Festnahme von Hannibal Gaddafi, Sohn des libyschen Staatschefs Muammar al-Gaddafi, und seiner Ehefrau in Genf einen diplomatischen Skandal zwischen beiden Ländern ausgelöst. Die Genfer Staatsanwaltschaft beschuldigte das Paar, eine Hotelmitarbeiterin verprügelt zu haben.
Als Antwort auf die Handlungen der Schweizer riefen die libyschen Behörden ihren Bevollmächtigten aus Bern ab und stellten die Visavergabe an Schweizer Bürger ein.
Außerdem wurde der Luftverkehr zwischen beiden Ländern eingeschränkt und die Vertretungen einiger Schweizer Unternehmen geschlossen.



