Von “Unwissenden” regiert…

Das der normale deutsche Politiker vom realen Leben meist nichts mitbekommt und folglich über div. Dinge des täglichen Lebens auch nur bedingt oder eben gar keine Auskunft geben kann, ist allgemein bekannt und stört Otto-Normalverbraucher schon lange nicht mehr… ein gewisses Maß an Unkenntnis ist schliesslich auch tolerierbar.
Das der deutsche Politiker sich selbst sehr oft und sehr gern im Fernsehen sieht bzw. seine “Aussagen” in einem gewissen “Wurstblatt mit Anspruch auf Meinungsbildung” lesen will, auch das wissen wir und es stört uns eben so wenig wie die öffentlich gezeigte Unkenntnis… oder eben der berühmte Sack Reis der hin und wieder in China umfällt… Eitelkeit ist ebenfalls tolerierbar und nicht unbedingt eine negative Eigenschaft.
Interessant und mitunter auch lustig wird es aber dann… wenn Eitelkeit und Unkenntnis zusammen zur Schau gestellt werden, der entsprechende Politiker sich vor der alles geliebten Presse wegen einer Einzigen guten “Schlagzeile” freiwillig zum Vollpfosten macht…
Die Frage, die ich mir dann immer stelle lautet:

warum zum Geier tun die das, merken die denn nicht selber was für eine Gülle die hier wieder erzählen..?

Nun, die Antwort auf diese Frage ist tatsächlich einfach…

SIE wissen es nicht, Sie wollen es nicht wissen…

und genau dies bestätigt uns nun Einer, der es wissen muß und tatsächlich auch weiß.
Joerg Tauss, langjähriges SPD-Mitglied, jetzt aus der SPD aus- und der Piratenpartei beigetreten, erklärt uns allen auf abgeordnetenwatch.de am Beispiel Internet, warum der deutsche Politiker nichts weiß, nichts wissen will.

Zitat:
Ein grosser Teil der Parlamentarier ist mit dem Internet nicht aufgewachsen. Sie empfinden es daher moeglicherweise sogar als Bedrohung. Sie nehmen es nicht als technisches Netz oder als Kommunikationsinfrastruktur wahr, verstehen nichts von Netzneutralitaet, sondern als etwas, wo man eben Boeses bekommen kann und wo vermeintlich das Boese auch herkommt und die Gesellschaft durchdringt. Das Netz spiegelt nicht Probleme wider, sondern verursacht sie in deren Augen

oder hier:

Zitat:
Kein (SPD-) MdB kaeme z.B. auf die Idee, zum Gespraech auf einen Bauernhof zu fahren, ohne sich vorher etwas ueber die Milchquote oder dergl. anzulesen oder wenigstens aufschreiben zu lassen. Unter “Internet” koennen sich aber eben viele immer noch weniger vorstellen als unter einer Kuh. Ein weiterer Teil hat sich daher auf die Aussagen von “Fachleuten” wie Martin Doermann verlassen, der in der Fraktion von einem “guten Kompromiss” und “Verhandlungserfolg” gegen die Union sprach.

Es ist bzw. war noch nie ein guter Einfall, sich ausschliesslich auf selbsternannte Experten zu verlassen, sog. Experten vom Kaliber 0815, die selbst keinen blassen Schimmer von der Materie haben, die vor Unwissen nur so strotzen und voller Elan dieses Unwissen verbreiten. Diesen vermeintlichen Experten haben wir z.B. eine Internet-Gesetzgebung zu verdanken, die uns im Ausland nur Spott und Hohn eingebracht hat.
Unwissenheit muß für Politiker nicht unbedingt eine Schande sein denn niemand -also auch kein Politiker- weiß über Alles bis in’s letzte Zipfelchen Bescheid. Kein Mensch ist rundum so gebildet, dass er auf jede Frage, auf jedes Problem die Antwort bzw. immer die richtige Antwort hat.
Zur Schande wird Unwissen regelmäßig nur dann… wenn man (Politiker) überhaupt nicht gewillt ist, den Zustand der Unwissenheit zu überwinden, stattdessen aber mit unglaubwürdigen “Parolen” beim Volk hausieren geht und im Fall eines Fehlschlages sich dann noch darüber aufregt, dass der Bürger der Politik nicht mehr traut.

BlackHole 2009

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Eingeordnet unter Politik, zensur

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