90 Prozent der Bücher der Nationalbibliotheken dürfen nicht ins Angebot. Der Ausbau der Europeana, Europas digitaler Bibliothek, wird vom altertümlichen Urheberrechtsschutz massiv behindert. Viviane Reding, EU-Kommissarin für Informationsgesellschaft und Medien, hat es als beunruhigend bezeichnet, dass nur 5 Prozent aller digitalisierten Bücher in der EU in der Europeana verfügbar sind. Außer einem Mitgliedsstaat lägen alle anderen nach wie vor “weit hinter den Erwartungen zurück”, sagte sie über den Stand des Ausbaus der europäischen digitalen Bibliothek.
“Die Mitgliedstaaten müssen aufhören, andere Kontinente um ihre Fortschritte zu beneiden und endlich selbst ihre Hausaufgaben machen.”
Die Länder müssten enger zusammenarbeiten und den europäischen Urheberrechtsrahmen für das digitale Zeitalter fit machen.
Derzeit umfassen die Bestände hauptsächlich digitalisierte Bücher, die gemeinfrei sind, also nicht mehr unter das Urheberrecht fallen. Der urheberrechtliche Schutz gilt bis 70 Jahre nach dem Tod des Autors. Aus rechtlichen Gründen kann die Europeana vergriffene Werke, die etwa 90 Prozent der Bücher in Europas Nationalbibliotheken ausmachen, nicht digitalisiert anbieten.



