Julian Assange stellt sich


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“Hier ist nun die Wahrheit, die sie frei machen wird. (…) Und angesichts dieses Gefühls Segensworte zu sprechen für die Profite und Propheten der Wahrheit, für die Befreier und Märtyrer der Wahrheit, für die Voltaires, Galileos und Principias der Wahrheit, für die Gutenbergs, Marconis und Internets der Wahrheit, für die Serienmörder der Täuschung, jene brutalen, getriebenen und besessenen Bergleute der Wirklichkeit, die jedes vermoderte Gebäude zerschmettern, zerschmettern, zerschmettern, bis alles in Ruinen liegt, für die Saat des Neuen.” Julian Assange, letzter Eintrag in seinem Blog iq.org, 29. August 2007

Julian Assange hat sich heute Vormittag freiwillig und im Beisein seiner Anwälte, den britischen Behörden gestellt. Er sei heute Morgen um 9.30 Uhr Londoner Zeit (10.30 Uhr Schweizer Zeit) auf einer Polizeistation festgenommen worden, schreibt die Polizei in einer Medienmitteilung. Assange sei „gemäß einem europäischen Haftbefehl um 10.30 Uhr verhaftet worden“ und müsse im Laufe des Tages vor einem Gericht in Westminster erscheinen, hieß es in der Mitteilung von Scotland Yard. Grundlage für den internationalen Haftbefehl und damit die Festnahme, sei der schwedische Haftbefehl aufgrund zweier Anzeigen wegen sexueller Belästigung. Julian Assanges Anwälte hatten zuvor das Treffen bzw. die anschliessende Festnahme mit den Behörden vorbereitet.

«Es ist höchste Zeit, dass wir die Sache abschliessen»,

zitiert die BBC Assanges Anwalt Mark Stephens,

«und dass Wahrheit, Gerechtigkeit und Rechtsstaatlichkeit einkehren».

Zur Sicherheit für Julian Assange, ist vorerst Einzelhaft mit Kontaktsperre vorgesehen. Anwältin Jennifer Robinson, die ebenfalls für Assange arbeitet, sagte dem australischen Sender ABC, Julian Assange werde gegen eine Auslieferung an Schweden juristisch vorgehen, weil danach eine Auslieferung an die USA droht. US-Verteidigungsminister Robert Gates kommentierte die Angelegenheit bei einem Besuch in Afghanistan nur kurz. Das klinge nach einer “guten Nachricht”, sagte er auf eine entsprechende Frage von Journalisten.

“Die heutigen Aktionen gegen unseren Chefredakteur Julian Assange werden unseren Betrieb nicht beeinflussen”,

twitterten Vertreter von Wikileaks gegen 12 Uhr.

Wir werden heute Nacht noch mehr Botschaftsdepeschen veröffentlichen.

Via Twitter ließ WikiLeaks weiterhin verlautbaren:

“Wir sind vor schmutzigen Tricks gewarnt worden. Jetzt erleben wir den ersten.”

Per Twitter bekommt Julian Assange viel Unterstützung aus aller Welt. Der isländische Student Herbert Snorrason -ein ehemaliger WikiLeaks-Aktivist- solidarisiert sich offen mit Julian Assange:

“Zum Thema Assange: Wagt nicht, ihn an die USA auszuliefern”,

twittert Snorrason. Auch die isländische Parlamentarierin Brigitta Jonsdottir, die zeitweise dem Projekt eng verbunden war, Assange aber später öffentlich für seinen Umgang mit den Vorwürfen aus Schweden kritisierte, twittert:

“Es liegt an uns sicherzustellen, dass er nicht in die USA überstellt wird.”

Falls Assange nach Schweden ausgeliefert wird, könnte er auch in andere Länder ausgeliefert werden, namentlich in die USA, mit denen Schweden ein Auslieferungs-Abkommen hat. Hinderungsgrund dafür könnten die Spionagevorwürfe gegen Assange sein. Dies ist im Abkommen zwischen den beiden Ländern kein Auslieferungsgrund.

Update: Der zuständige Haftrichter hat um kurz nach 16 Uhr eine Freilassung von Julian Assange gegen Kaution abgelehnt. Der 39-Jährige muss bis zum 14. Dezember in Untersuchungshaft bleiben. Das berichtet der «Guardian», der zwei Reporter vor Ort hat.

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3 Gedanken zu “Julian Assange stellt sich

  1. Ben schreibt:

    Ah, er hat sich gestellt. Das war in den ersten überhasteten Artikeln einiger Dienste untergegangen oder noch nicht klar.

    Er hat vor seiner Festnahme angeblich noch einen Artikel für “The Australian” geschrieben.
    hier.

    • @Ben
      Ja, Julian Assange ist von sich aus zur Polizei gegangen. Die ersten Bericht über seine Festnahme waren da noch etwas “unvollständig”…

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