Das gerichtliche Verbot der Berichterstattung von BILD.de über die Frühphase des Ermittlungsverfahrens gegen Jörg Kachelmann ist vom Tisch: Die Anwälte des Wettermoderators haben es diese Woche vor dem Oberlandesgericht Köln komplett für erledigt erklärt.
Das Landgericht Köln hatte dem Online-Angebot von BILD im April letzten Jahres, wenige Tage nach der Verhaftung Kachelmanns, per einstweiliger Verfügung noch pauschal untersagt, Einzelheiten aus der Ermittlungsakte der Staatsanwaltschaft zu veröffentlichen. Nach dem Widerspruch von BILD.de musste Kachelmann im Juli aber auf das Verbot wieder teilweise verzichten.
In der Berufungsverhandlung am Dienstag äußerte das Oberlandesgericht nun Zweifel daran, ob die Verdachtsberichterstattung von BILD.de Kachelmann überhaupt in seinem Persönlichkeitsrecht verletzt hat. Ohnehin sei aber zum jetzigen Zeitpunkt das ursprüngliche Verbot der BILD-Berichte durch das Landgericht nicht mehr haltbar. Damit sei auch die zwischenzeitlich erhobene Klage Kachelmanns gegen BILD.de hinfällig. Der Senat empfahl, beide Verfahren insgesamt zu beenden, der Streit mache “keinen Sinn mehr”. Kachelmanns Anwälte erklärten daraufhin das Verfügungsverfahren nebst Klage für erledigt und verzichteten zugleich auf ihre ebenfalls eingeklagten Abmahnkosten.
Wie weiterhin bekannt wurde, war Jörg Kachelmann am Freitagmittag erstmals seit seiner Verhaftung wieder auf Sendung. Beim Lokalsender Radio Basel verkündete er das “Wochenend-Wetter” – in bestem Schweizerdeutsch. Punkt 12.40 Uhr sagte der Moderator “einen Hauch von Winter über der Region” voraus.
Ganz der Alte, flapsig und ein wenig atemlos, kündigte er ein paar Wolken, kleine Aufhellungen und hin und wieder einige “Flöckchli” an. Das Ganze bei etwa “minus drü Grad”. Wer Temperaturen über dem Gefrierpunkt spüren wolle, der müsse sich schon in der Nähe eines Marroni-Standes aufhalten, so der 52-jährige Schweizer.
Zusatz: Genau so ist es richtig. Man versteckt sich nicht… man geht an die Öffentlichkeit. Meinen Glückwunsch Herr Kachelmann…
Update: Der Prozess gegen den Wettermoderator Jörg Kachelmann vor dem Landgericht Mannheim wird am Montag (24. Januar) mit der Vernehmung von Günter Seidler fortgesetzt. Seidler ist Therapeut der langjährigen Freundin Kachelmanns. Man kann davon ausgehen, dass die Öffentlichkeit während der Vernehmung erneut ausgeschlossen wird.



