Duisburg,Loveparade,Ermittlungen

Aktuelles Stadtwappen der Stadt Duisburg

Image via Wikipedia

Mit einer deutschlandweiten Razzia in mehreren Städten hat die Duisburger Staatsanwaltschaft am Dienstag neues Beweismaterial für die Ermittlungen wegen der Loveparade-Katastrophe gesammelt. Insgesamt zehn Objekte wurden von der Polizei durchsucht. Darunter waren auch Büroräume von Mitarbeitern der Stadt Duisburg. Die Ermittler stellten zahlreiche elektronische Datenträger sicher.

Nachdem in der vergangenen Woche konkrete Ermittlungsverfahren gegen 16 Personen eingeleitet worden waren, durchsuchten die Ermittler am Dienstag die Arbeitsplätze der beschuldigten Mitarbeiter der Stadtverwaltung. Beim Loveparade-Veranstalter Lopavent wurden Wohn- und Geschäftsräume der Beschuldigten aufgesucht, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Die Razzien fanden unter anderem in Duisburg und Berlin statt. Rund 60 Polizisten und fünf Staatsanwälte waren an der Aktion beteiligt.

Betroffen von der Razzia waren neben den Bürogebäuden der Stadtverwaltung auch der für die Stadt tätige IT-Dienstleister DU-IT. Dort wurden die Mitarbeiter von den Ermittlern befragt und die Räumlichkeiten durchsucht. Nach Angaben des Unternehmens wurde die Durchsuchung damit begründet, dass die bisherigen Ermittlungen Anhaltspunkte dafür ergeben hätten, dass die Firma “noch nicht alle beweiserheblichen und relevanten Daten im Zusammenhang mit der Planung und Durchführung der Loveparade” herausgegeben habe. Auf den Servern des IT-Dienstleisters sei unter anderem der gesamte E-Mail-Verkehr der Stadt Duisburg gespeichert.

DU-IT-Geschäftsführer Holger Langenberg: “Der Vorwurf ist unbegründet, da wir bereits unmittelbar nach dem Unglück den Behörden das geforderte Datenmaterial zur Verfügung gestellt und die Ermittlungen unterstützt haben.

In einer kurzen Erklärung äußerte sich auch die Stadtverwaltung zu den Durchsuchungen in ihren Ämtern. Dabei verwies sie darauf, dass im November das Einverständnis dafür erteilt worden sei, dass der IT-Dienstleister die von den Ermittlern benötigten Daten weiterleitet. Weiterhin werde die Stadtverwaltung die ermittelnden Behörden “uneingeschränkt bei ihrer Arbeit” unterstützen, hieß es. Eine Lopavent-Sprecherin wollte die Hausdurchsuchungen nicht bestätigen.

Seit dem Unglück vor einem halben Jahr haben die Ermittler mehr als 2.200 Zeugen vernommen. Zudem wurden eine Vielzahl von Fotos, Hunderte Stunden Videoaufzeichnungen und mehrere Terabyte elektronischer Daten ausgewertet. Insgesamt waren ständig knapp 90 Beamte von Polizei und Staatsanwaltschaft mit dem Fall beschäftigt.

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