Die deutschen Wissenschaftsorganisation haben den Rückzug der FDP-Politikerin Silvana Koch-Mehrin aus dem Forschungsausschuss des EU-Parlaments verlangt.
Eine Bagatellisierung von Plagiaten in wissenschaftlichen Arbeiten beschädige die Reputation der deutschen Forschung, heißt es in einer Erklärung der Allianz der großen Wissenschaftsorganisationen in Deutschland. “Plagiate in wissenschaftlichen Arbeiten sind alles andere als ein Kavaliersdelikt”, sagte der Sprecher der Allianz und Präsident der Leibniz-Gemeinschaft, Karl Ulrich Mayer. Die Allianz halte einen Verbleib Koch-Mehrins in dem Ausschuss für nicht akzeptabel.
“Wissenschaftlicher Fortschritt und Innovationen, letztlich also der Wohlstand in unserem Land, beruhen maßgeblich auf den Prinzipien Wahrhaftigkeit, Redlichkeit und Vertrauen”, heißt es in der Erklärung. “Die deutsche Wissenschaft und deren Qualitätssicherungssysteme sind auch im internationalen Vergleich hoch anerkannt. Diese Reputation darf nicht durch die Bagatellisierung wissenschaftlichen Fehlverhaltens beschädigt werden.”
Koch-Mehrin war von der Universität Heidelberg der Doktorgrad wegen massiver Plagiate aberkannt worden. Danach wurde die 40-Jährige dann überraschend Vollmitglied im Forschungs- und Industrieausschuss des EU-Parlaments. Zuvor war sie dort stellvertretendes Mitglied gewesen.
Die Allianz der Wissenschaftsorganisationen ist der Zusammenschluss der größten deutschen Forschungsorganisationen. Zur Allianz gehören die Alexander von Humboldt-Stiftung, der Deutsche Akademische Austauschdienst, die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina, die Deutsche Forschungsgemeinschaft, die Fraunhofer-Gesellschaft, die Helmholtz-Gemeinschaft, die Hochschulrektorenkonferenz, die Leibniz-Gemeinschaft, die Max-Planck-Gesellschaft und der Wissenschaftsrat.
Quelle: http://www.tagesschau.de/inland/kochmehrin156.html



