Mit der Auswahl der Geschworenen begann heute der Prozess gegen den früheren Leibarzt des verstorbenen US-Popidols Michael Jackson.
Dem Mediziner Conrad Murray wird vorgeworfen, für den Tod Jacksons durch eine Überdosis des Betäubungsmittels Propofol im Juni 2009 verantwortlich zu sein.
Propofol ist ein Arzneistoff aus der Gruppe der Narkotika, der aufgrund seiner kurzen Plasmahalbwertszeit und relativ geringen Kumulation als gut steuerbar gilt. Bedeutsame Nebenwirkungen bei der Gabe von Propofol sind Atemdepression bis zur Apnoe sowie Blutdruckabfall (durch verminderten peripheren Gefäßwiderstand).
Es treten auch Erregungsphänomene (spontane Bewegungen, Muskelkrämpfe), allergische Reaktionen (Anaphylaxie) aufgrund von Histaminfreisetzung sowie Träume (meist angenehm, jedoch auch hin und wieder sogenannte „bad trips“ – schlechte Träume, die real erlebt werden) des Patienten auf. Träume mit sexuellen Phantasien führen gelegentlich zu Vorwürfen der sexuellen Belästigung oder gar des sexuellen Missbrauchs durch den Arzt.
Propofol hat eine kurze euphorisierende Wirkung und besitzt darüber hinaus ein erhebliches Suchtpotenzial, das sich aufgrund der Verfügbarkeit allerdings überwiegend auf medizinisches Personal auswirkt, bzw. auf Personen denen das Mittel ärztlich verabreicht wird. Die Gefahr, dabei unbeabsichtigt zu Tode zu kommen (Atem- und Herzstillstand), ist erheblich.(1)
Die Justiz in Los Angeles im US-Bundesstaat Kalifornien prüft nun mögliche Kandidaten für die zwölfköpfige Jury auf ihre Eignung. Die Eröffnungsplädoyers von Anklage und Verteidigung sind für Ende September geplant. Der im Fernsehen übertragene Prozess soll rund sechs Wochen dauern. Im Fall einer Verurteilung drohen dem Mediziner bis zu vier Jahre Haft.
Murray weist den Vorwurf der fahrlässigen Tötung zurück.
Quelle zu (1) http://de.wikipedia.org/wiki/Propofol