Das Geschäft mit dem “Nichts”

Normalerweise ist es ja nicht so mein Ding über das Buch der Bücher eine Nachricht hier einzustellen…ich glaube halt nicht an ein Wesen im Himmel. Außerdem ist mir dieses Buch suspekt…zu viel Gewalt. Andere Menschen sehen das etwas anders…was soll’s…

Die Bibel ist weiterhin das meistverkaufte Buch in Amerika. Obwohl rund 90 Prozent der US-Haushalte bereits eine heilige Schrift besitzen, geht das Buch dort jährlich rund 25 Mio. Mal über den Ladentisch.

Wie das Wall Street Journal berichtet, werden die Verkäufe vor allem von immer neuen Editionen und Designs sowie mittels Nischenmarketing angetrieben. Angefangen von klassischen Varianten bis hin zu pinken ledergebundenen Versionen wird die Bibel in jeglicher Art angeboten. Der letzte Schrei zur Zeit scheinen offenbar “umweltbewusste” Ausgaben auf Recycling-Papier zu sein. Darin werden Passagen mit umweltbezogenen Themen besonders hervorgehoben. Auch der Online-Händler Amazon hat ein umfassendes Angebot verschiedenster Bibel-Versionen. “Unser Ziel ist es, den Kunden die größtmögliche Auswahl zu bieten, hierzu gehören auch unterschiedlichste Editionen der Bibel”, sagt eine Sprecherin von Amazon Deutschland. Allerdings finde sich augenblicklich keine Bibel in den stündlich aktualisierten Buchcharts auf der deutschen Amazon-Seite . Dennoch ist und bleibt das erste Buch, das je gedruckt wurde, ein Dauerbrenner und Bestseller. “Egal ob die Bibel irgendeine transzendentale Wahrheit beinhaltet oder nicht, sie ist das populärste Buch, der am meisten verbreitete Text aller Zeiten”, sagt der britische Wissenschaftler Christopher de Hamel, der sich mit biblischen Manuskripten beschäftigt.

In den 80er Jahren begann sich ein spezielles Nischenmarketing rund um die Bibel zu entwickeln. Seither werden viele Ausgaben mit Anhängen versehen, die sich jeweils an eine bestimmte Zielgruppe wie Frauen oder Teenager richten. In den angefügten Kommentaren werden jene Verse hervorgestrichen und behandelt, die am ehesten zu dem spezifischen Publikum passen. Das Format erwies sich als erfolgreich. Heute gibt es Bibeln, die auf nahezu jede Sub-Zielgruppe ausgerichtet sind – Alkoholiker, Golfer, Comicfreaks.

Auch allgemeine Modetrends spielen bei der Gestaltung aktueller Bibelausgaben eine Rolle. So werden seit einigen Jahren von vielen Verlegern jährlich neue Editionen aufgelegt, die sich den jeweils aktuellen Modefarben anpassen. Egal ob traditionell oder supermodern umgesetzt, so ist mit der Bibel nach Jahrhunderten immer noch ein gutes Geschäft zu machen.