Wenn sich Niki Stein auch nur im Ansatz mit den Piraten bzw. deren Vorstellungen von einem modernen Urheberrecht befasst hätte, hätte Niki Stein sehr schnell bemerkt, dass gerade Niki Stein von einem modernen Urheberrecht provitieren würde…
Niki Stein dekonstruiert die krause Logik, welche die Piraten – so bei ihrem Parteitag am Wochenende – in einer Suppe aus Bürokraten-Sprech und postmarxistischem Geschwurbel auftischen. O-Ton: „Die fundamentale Chance des digitalen Zeitalters ist die Möglichkeit, Information ohne Kosten beliebig zu reproduzieren und zur Verfügung zu stellen. Die tradierten Wege, die Produzenten … in Abhängigkeit von der Zahl der Kopien ihrer Arbeit zu entlohnen, sind dadurch ad absurdum geführt.“
Tja, auch der verdutzte Autor hätte sich mit der Materie nur eingehender befassen müssen. Man kommt derzeit zwar leicht in die Presse wenn man nur laut genug gegen die Piraten wettert… aber es schadet am Ende der eigenen Person wenn man Phrasen drischt und blind vor Wut Rundumschläge verteilt.
Unser verdutzter Autor sagt’s auf Deutsch: Er hat zwar viel Zeit und Gehirnschmalz investiert, aber weil man seine Filme endlos kopieren kann, dürfe er dafür nicht mehr entlohnt werden. Was offen herumliegt, gehört allen – wie im Kaufhaus oder auf dem Erdbeerfeld. Allein der Versuch, das Eigentum anderer zu schützen, etwa durch Ladendetektive und Kameras, erzwinge den Polizeistaat.
Geht es nach dem Willen der Piraten, sollen die Urheber -und nur die- bessergestellt werden. Das Urheberrecht soll so angepasst werden, dass es modernen Ansprüchen genügt und das kann ja für alle nur von Vorteil sein.
Gastkommentar: Wer bezahlt die Enteigneten? – Kommentare – Meinung – Handelsblatt.

