Wir nehmen dafür Geld…

Eine ganz glorreiche Idee hat man jetzt bei Pro7 / Sat1… der “Konzern” -genauer , der Vorstand- hat sich jetzt nämlich überlegt, ob und wie man für das hauseigene “Qualitaetsprogramm” Geld vom Fernsehgucker kassieren kann.
Im ersten Moment dachte ich ja, das ist ein Witz… aber nein, die meinen das völlig ernst.
Pro7 / Sat 1 will tatsächlich in Zukunft verschlüsselt übertragen, solch qualitativ hochwertigen Sendungen wie “TV Total” oder “Zwei bei Kallwass” -um mal nur zwei Beispiele zu nennen- soll man dann nur noch gegen Cash zu sehen bekommen.

„Die Richtung ist für uns klar: Wir müssen vom Werbemarkt unabhängiger werden“

wird der Vorstandsvorsitzende Thomas Ebeling im “Handelsblatt” zitiert.
Und weiter heißt es dort:

“Allerdings brauche der Wandel Zeit und sei nur in vielen kleinen Schritten zu schaffen.”

Aha, man will also von der Haupteinnahmequelle (Werbung) weg und stattdessen dem Bürger an den Kragen, besser… an den Geldbeutel. Die Erklärung, warum das so sein soll, die liefert der Herr Ebeling gleich mit:

„Für die Zukunftsfähigkeit des Konzerns ist es enorm wichtig, dass wir Beziehungen zu den Endkunden aufbauen, etwa über Pay-TV, Video-on-Demand oder andere Geschäftsmodelle“,

Eine Klasse Idee und auch so völlig neu, so innovativ eben… das hat so noch niemand in Deutschland probiert. Pech nur, dass der Fernsehzuschauer -der in Neusprech nur noch als Endkunde bezeichnet wird- dieses Spiel unter Garantie nicht mitspielen wird.
Der Fernsehzuschauer will nämlich gar keine Beziehung irgendwelcher Art… der Fernsehzuschauer will Qualitaet und die, die findet er bei Pro7 / Sat 1 auch in Zukunft mit Sicherheit nicht.

Quelle der Übelkeit:

Interesse am “Kanzler-Duell” nahe NULL…

Das Quoten-Rätsel 2009: TV-Duell vs. Simpsons

Seit Monaten gab es keinen Fernsehabend, dessen Ausgang mit so viel Spannung erwartet wird. Wieviele Zuschauer erreicht das TV-Duell Merkel vs. Steinmeier? Und wie wirksam war die umfassende ProSieben-Kampagne für den Simpsons-Film?

Die Simpsons

Die Simpsons

Die entscheidende Frage am Tag des TV-Duells zwischen Angela Merkel und Frank Walter Steinmeier ist: Floppt das Duell, weil das Interesse am quasi nicht vorhandenen Wahlkampf schon in den vergangenen Wochen so gering war und anderen Politsendungen akuten Zuschauermangel bescherte? Oder wird das TV-Duell zum Startschuss in die heiße Wahlkampf-Phase und als guter Anlass genutzt, sich jetzt doch mal mit den Positionen zu beschäftigen?   Eine Quoten-Vorhersage wagt in der Branche beinahe niemand. Fragt man bei den ausstrahlenden Sendern nach ihren Erwartungen, dann gibt es keine konkreten Antworten. Kaum verwunderlich, dass deshalb auch ProSieben keine genauen Vorstellungen vom Quotenerfolg der FreeTV-Premiere “Die Simpsons – Der Film” hat. Sicher ist man sich dort nur, dass man bei den 14- bis 29-Jährigen, der Kernzielgruppe des Senders, klar die Nase vorn haben wird.   Während das relativ sicher scheint, schwanken die möglichen Marktanteile für den “Simpsons”-Film bei den 14- bis 49-Jährigen zwischen 20 und 40 Prozent. Von Achtungserfolg bis Quotensensation ist also alles möglich und macht den Blick auf die ProSieben-Einschaltquoten morgen früh beinahe spannender als die Frage, wieviele Zuschauer sich für das TV-Duell entschieden haben.

Unser Tipp für das Wortgefecht Merkel vs. Steinmeier: Es wird nicht der erhoffte Startschuss für die heiße Wahlkampfphase, weil es nur mit Beteiligung weiterer Nicht-Regierungsparteien spannend geworden wäre. Die Reichweite könnte demnach unter der des letzten TV-Duells zwischen Merkel und Schröder 2005 liegen. Und bei den “Simpsons”? Da liegt eine Sensation in der Luft.

Aktion: Offener Brief an Stefan Raab

Da auch ich die Piratenpartei unterstütze -siehe Banner- werde ich an dieser Stelle natürlich den offenen Brief von piratig.de hier veröffentlichen. Die TV Total Bundestagswahl auf Pro 7 halte ich für eine gute Sache, gerade um Jugendlichen (TV-Total wird mehrheitlich von jugendlichen Zuschauern gesehen) zu zeigen, wie wichtig es ist, wählen zu gehen.

Zitat piratig.de

Ich habe auch zusätzlich zwei führende Blogger um Unterstützung gebeten. Von Markus Beckedahl erhielt ich folgende Antwort: danke, aber was stefan raab macht, interessiert mich nicht wirklich.

Diese Antwort von Beckendahl war zu erwarten, trotzdem nicht entmutigen lassen und weiter machen, es geht auch ohne selbsternannte Alpha-Blogger ganz gut.

Hier der Brief an Stefan Raab:

Lieber Stefan,

mit Freude habe ich erfahren, dass Du auch 2009 die TV Total Bundestagswahl veranstaltest.

Ich muss ehrlich zugeben, dass ich die Idee super finde, aber die Ausgabe 2005 nicht wahrgenommen und verpasst habe. Vielleicht liegt das daran, dass ich mich bis vor kurzem als unpolitisch empfunden habe, vielleicht auch daran, dass ich, obwohl Zuschauer der ersten Stunde, die Sendung TV-Total aus Zeitmangel höchstens noch ein paar mal im Jahr schaue. Ich wußte gar nicht, dass Du dich für Politik interessierst. Es kommt wahrscheinlich, wie bei mir, mit dem Alter.

Doch, als ich von der TV Bundestagswahl vor kurzem erfuhr, fand ich die Idee auf Anhieb gut und habe mir vorgenommen die Sendung auf jeden Fall anzuschauen, ja vielleicht per SMS zu unterstützen.

Ich habe kurz auf der Webseite von TV-Total recherchiert. Dort heißt es:
„Stefan und N24-Chefredakteur Peter Limbourg laden die Spitzenkandidaten der sechs Parteien des aktuellen Bundestags zur „TV total Bundestagswahl – Wir wählen schon heute“ auf ProSieben.“

O Schreck! Der sechs Parteien des aktuellen Bundestags? Wieso sechs?
Es sind doch sieben! Hast du die Piratenpartei vergessen, übersehen oder gar mutwillig ausgeklammert? Sie ist doch im Bundestag vertreten.

Nein, an den letzten Grund glaube ich einfach nicht. Du würdest das als echter Demokrat nie tun. Es ist wahrscheinlich so, dass die Pressemeldung noch vor der EU-Wahl konzipiert wurde, bevor die Piratenpartei zum ersten mal in der breiten Öffentlichkeit in Deutschland aufgetreten ist, noch vor der beispiellosen Erfolgsstory dieser jungen, coolen, aufstrebenden Partei der jungen Generation.

In den Infos bei der TV-Total steht:
„Laut Statistischem Bundesamt geht jeder dritte Wahlberechtigte unter 30 Jahren nicht zur Wahl. Als erfolgreichster TV-Sender der jungen Mediengeneration will ProSieben genau diese Altersgruppe motivieren, von ihrem Wahlrecht als wichtigstem Instrument der Demokratie Gebrauch zu machen.“

Genau dieses Ziel könntest Du und würdest Du erreichen, indem Du auch einen Spitzenvertreter der Piratenpartei in Deine politische Fragerunde einlädst, denn die Piratenpartei, die sich als Partei der Internet-Generation versteht, zieht gerade die jungen Wähler unter 30, als einzige Alternative zu den Parteien der „alten Internetausdrucker“ extrem stark an.

Schau dir doch die Kommentare auf der Seite von TV Total Bundestagswahl 2009 an, um zu sehen wie Deine Zuschauer zu der Piratenpartei stehen.

Wusstest du, dass:

  • die Piratenpartei seit der EU-Wahl die Mitgliederzahl mehr als verfünffacht hat und derzeit mit über 7.500 Mitgliedern direkt hinter den Grünen die stärkste Kleinpartei Deutschlands ist, stärker als REP, ÖDP, NPD, DVU und Konsorten?
  • die Piratenpartei bei der Landtagswahl am 30.8.2009 in Sachsen bis zu 14% Stimmen erreicht hat?
  • die Piratenpartei die mit Abstand stärkste Partei im Netz und bei allen sozialen Netzwerken ist? Dazu verfügt sie über das stärkste Wachstum in allen diesen Netzwerken.
  • die Piratenpartei alle Wahlumfragen bei StudiVZ/SchülerVZ seit mehreren Wochen mit einem gewaltigen Vorsprung gewinnt?
    StudiVZ hat 15 Millionen Mitglieder, die meisten unter 30 Jahre.
  • die Piratenpartei einfach DIE Partei der jungen Leute ist?
    Bei den Unter-30-Jährigen ist das die populärste Partei, sie genießt derzeit einen zweistelligen Zuspruch. Er liegt wahrscheinlich über 20%, vielleicht sogar über 30%.
  • viele Politikwissenschaftler die Piratenpartei als die Grünen des 21. Jahrhunderts bezeichnen und bescheinigen, dass die Piraten das Zeug dazu haben, junge Leute zu politisieren, Nicht-Wähler und Erst-Wähler anzuziehen, Sympathisanten stark zu mobilisieren. Sie habe das Zeug dazu, die Bürgerbewegung der Digitalen-Generation zu werden.

Grund: Bürgerrechte, Basisdemokratie, Transparenz des Staates, Schutz der Privatsphäre, freie Bildung und Bewahrung des Grundgesetzes sind Themen, die für den modernen Menschen extrem wichtig sind aber von den etablierten Parteien ausgeklammert werden.

Auch ich wurde von den Ideen der Piratenpartei und deren Demokratieverständnis angetan. Auch ich werde jetzt, obwohl über 30, zur ersten Wahl gehen. Auch ich engagiere mich zum ersten Mal politisch.

Stell dir kurz mal vor, Du würdest die Piratenpartei in die Runde am Vorabend der Wahlen zu TV Total einladen.

Viele junge Leute würden alleine deswegen schon deine Sendung schauen und Du würdest dann die Einschaltquoten von 2005 noch einmal steigern können:
„Die Ausgabe vor vier Jahren war die erfolgreichste Wahlsendung bei den jungen Zuschauern im deutschen Fernsehen: Zur besten Sendezeit verfolgten 29,0 Prozent der 14- bis 29-Jährigen die „TV total Bundestagswahl 2005″.“
Die Aufmerksamkeit der Netzgemeinde und die mediale Begleitung der Blogosphäre wäre dieser Sendung sicher.

Du würdest die jungen Menschen motivieren, wählen zu gehen, denn endlich stünde für Sie eine wählbare Partei zur Wahl.

Und die Piratenpartei wird dann GANZ SICHER bei der Abstimmung zweistellig werden. Schon alleine aus dem Grund, dass die Zielgruppe Deiner Sendung fast genau mit dem Sympathisanten-Profil der Piratenpartei übereinstimmt. Unter Umständen würden Piraten die eine oder andere etablierte Partei abhängen.

Das wäre doch eine Sensation! Und das am Vorabend der Wahl!
Das Ergebnis dieser Abstimmung würde sich wie ein Lauffeuer in den Medien verbreiten.

Das würde sowohl zu Deinem Ruhm wie auch zur Bekanntheit der Piratenpartei beitragen.
Viele unentschlossene Wähler würden in Ihrer Wahlentscheidung für die Piratenpartei bestätigt, dass Ihre Stimme bei der Wahl nicht verschenkt wird. Viele ältere Wähler würden zum ersten Mal mit der Piratenpartei konfrontiert und hätten die Chance noch kurz vor der Bundestagswahl sich mit dem Programm dieser Partei auseinanderzusetzen. Das würde den Ausgang der Wahl ganz sicher zugunsten der Piratenpartei beeinflussen, das Ergebnis der Wahl nach oben treiben.

Stell Dir doch mal vor, was passiert dann wenn es den Piratenpartei dank Deiner Hilfe gelingt, die 5%-Hürde zu schaffen und den Bundestag zu entern.
Das wäre ein historischer Moment, echter Wahnsinn!
Denn zuletzt vor 20 Jahren ist dieses Kunststück einer Partei gelungen.

So unmöglich ist es nicht. Bei der Landtagswahl in Sachsen erreichte die Piratenpartei 1,9%, aktuelle Umfragen zeigen 3% für die Piraten. Es fehlt der letzte Tick, um die 5% zu knacken. Das liegt in Deiner Hand.

Du würdest einen direkten, ungeheuren Einfluss auf die Geschichte Deutschlands nehmen.

Du hast schon die Geschichte der Musik geschrieben, die Geschichte des Fernsehens, sogar des Sports, aber Politik ist doch noch eine Nummer größer.

Wäre es nicht an der Zeit, jetzt die Geschichte der Bundesrepublik zu schreiben indem Du einer neuen Partei zum Bundestagseinzug verhilfst?
Wäre das nicht der ultimative Coup?
Wäre das nicht Dein Traum?
Wie kannst Du besser Deinen Namen verewigen?

Wäre es nicht toll, den wirklich Großen und Mächtigen eine auszuwischen, und zwar nicht nur durch subversive Fragen, sondern durch eine echte politische Blamage?

Du kannst eigentlich nichts falsch machen, wenn du Piraten einlädst. So oder so wird es ein Erfolg für Dich und eine Sensation für die Medien.

Also Stefan! Gib dir einen Ruck, zeige Größe und schreibe Geschichte der Bundesrepublik Deutschland mit einer mutigen Entscheidung im richtigen Moment! Eine bessere Chance dafür kann ich mir wirklich nicht vorstellen.

Ein Fan der ersten Stunde,
Alexander Double

Und hier noch der Link zu piratig.de