Noch kein Ende der Ermittlungen

 

Zwei Jahre nach dem Loveparade-Unglück in Duisburg sieht die Staatsanwaltschaft noch kein Ende ihrer Ermittlungen.

Nach wie vor sei ein Team von Staatsanwälten mit der Aufarbeitung des Geschehens befasst, bei dem 21 Menschen ums Leben kamen, teilte die Behörde am Donnerstag mit und dementierte damit einen anderslautenden Medienbericht. Aufgrund der komplexen Sachverhalte lasse sich ein Zeitpunkt für eine abschließende Entscheidung nicht sicher vorhersagen. Außerdem sei ein international anerkannter Sachverständiger hinzugezogen worden, dessen Arbeit noch nicht abgeschlossen sei.

Die Behörde ermittelt wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung gegen 17 Beschuldigte – elf Bedienstete der Stadt Duisburg, fünf Mitarbeiter des Veranstalters Lopavent und den verantwortlichen Polizeiführer. Es wurden  bislang über 3000 Zeugen vernommen. Nur die Hauptakten umfassen mittlerweile rund 30.000 Blätter.

Am 24. Juli 2010 kamen bei der Massenpanik 21 Menschen ums Leben. Über 500 wurden verletzt. Stadt, Polizei und Veranstalter schieben sich seither gegenseitig die Schuld zu. Oberbürgermeister Adolf Sauerland wurde im Februar über einen Bürgerentscheid aus dem Amt gejagt. Seine Kritiker hatten wiederholt gefordert, die politische Verantwortung zu übernehmen.

Der CDU-Politiker weigerte sich aber zurückzutreten.

 

Ermittlungen eingeleitet

Wenn man nur lange genug gräbt, findet man jede “Leiche im Keller”. Beim Duisburger Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU) hat man lange gegraben… und nun ermittelt die Staatsanwaltschaft.

Gegen den Duisburger Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU) wird wegen Korruptionsverdachts ermittelt. Man gehe dem Anfangsverdacht der Vorteilsannahme nach, sagte ein Sprecher der Wuppertaler Staatsanwaltschaft.

Im Kern geht es um Parteispenden für Sauerlands Wahlkampf. Möglicherweise habe es sich dabei um verbotene Spenden gehandelt.

„Wir haben den Ermittlern volle Kooperation zugesagt“, sagte Sauerlands Anwalt Wolf Schiller. „Ich werde zunächst Akteneinsicht nehmen. Soweit Verdachtsmomente bestehen sollten, werden wir versuchen, diese so schnell wie möglich auszuräumen.“

Sauerland war am Mittwoch darüber informiert worden, dass er im Zusammenhang mit Korruptionsermittlungen rund um das NRW-Landesarchiv als Beschuldigter gilt.

Quelle: dpa

 

Duisburger-Posse

Eigentlich hatte die Stadt Duisburg den Sauerland-Gegnern wegen der angeblich ungültigen Stimmen zum Abwahlverfahren gegen den OB Akteneinsicht versprochen.

Doch als vier Vertreter der Bürgerinitiative „Neuanfang für Duisburg“ zum vereinbarten Termin erschienen, mussten sie unverrichteter Dinge wieder gehen. Dr. Hartmut Pietsch schüttelt den Kopf.

„Man glaubt nicht, was in dieser Stadt alles möglich ist“,

sagt er fassungslos. Pietsch und drei weitere Vertreter der Bürgerinitiative „Neuanfang für Duisburg“, darunter Werner Hüsken als einer der drei offiziellen Sprecher, wollten sich – wie mit der Stadt kurzfristig für gestern Nachmittag vereinbart – selbst ein Bild davon machen, warum das Wahlamt mehr als 12.500 der knapp 80.000 abgegebenen Unterschriften gegen Oberbürgermeister Adolf Sauerland für ungültig erklärt hatte.

Weiterlesen: http://www.derwesten.de/staedte/duisburg/stadt-duisburg-verweigert-akteneinsicht-im-ob-abwahlverfahren-id6098572.html

 

Loveparade… jetzt wird es peinlich

Natürlich, nachdem erst niemand die Schuld eingestehen wollte und nachdem dann der Reihe nach alle Verantwortlichen/Schuldigen quasi “heilig” gesprochen wurden, muß man nun einen Schuldigen finden. Und wieder einmal soll es jetzt die Polizei treffen…

Nicht OB Sauerland, nicht die für die Planung der Veranstaltung eigentlich Verantwortlichen sind schuldig. Nein, schuldig sind einzig und allein die, die selber mitten in der Katastrophe steckten und den Menschen dort halfen wo sie nur konnten…

Die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) hat Berichten widersprochen, bei der Loveparade-Tragödie habe es gravierende Fehler bei der Einteilung der Polizeikräfte gegeben. Ein Schichtwechsel von Polizisten habe “nicht ursächlich zu dieser Katastrophe beigetragen”, sagte Gewerkschaftschef Rainer Wendt im TV-Sender n-tv. Opfer-Anwälte bekräftigten derweil ihre Forderung nach zügiger Entschädigung der Betroffenen.

Der DPolG-Vorsitzende Wendt reagierte auf einen “Spiegel“-Bericht, wonach laut Duisburger Staatsanwaltschaft der Schichtwechsel wegen der Dienstzeitbegrenzung der eingesetzten Beamten auf maximal zwölf Stunden notwendig geworden war. Das Düsseldorfer Innenministerium hatte demnach wenige Wochen vor der Duisburger Loveparade vom 24. Juli 2010 per Erlass bestimmt, die Dienstzeit der Beamten auf höchstens zwölf Stunden zu begrenzen. Die entsprechende Änderung des Einsatzbefehls bei der Loveparade habe polizeiintern scharfe Kritik hervorgerufen, berichtete das Magazin. Die geplante Ablösezeit am Nachmittag falle in die “kritische Einsatzphase” der Technoparade, in der man dann nur “eingeschränkt handlungsfähig” wäre.

Die Massenpanik mit 21 Toten und mehr als 500 Verletzten am überfüllten Zugangstunnel zur Loveparade war am Nachmittag während der bereits laufenden Veranstaltung ausgebrochen. Wendt unterstrich, nach seinen Informationen sei der Schichtwechsel vor 16.00 Uhr erfolgt und könne daher nicht Ursache der Tragödie sein. Im übrigen werde ein Schichtwechsel vor Ort durch den Polizeiführer vor Ort angeordnet. “Das hat überhaupt nichts mit der Einteilung der Arbeitszeit zu tun. Das wird lageangepasst durch die Einsatzleitung gemacht.”

Zuvor hatte bereits die Gewerkschaft der Polizei (GdP) die Auffassung vertreten, dass der Schichtwechsel bei der Polizei nicht ursächlich für die Katastrophe gewesen sein könne. Nordrhein-Westfalens GdP-Chef Frank Richter verwies darauf, dass nach Informationen seiner Gewerkschaft die neuen Kräfte “zum Teil bereits mehr als zwei Stunden” vor der Massenpanik “im Einsatzraum” gewesen seien.

Rechtsanwälte der Opfer werteten den “Spiegel”-Bericht als Beleg, dass neben dem Loveparade-Veranstalter und der Stadt Duisburg auch das Land eine Mitverantwortung für die Tragödie trage. Bis zu einem Urteil in einem künftigen Strafverfahren könnten aber noch Jahre vergehen, erklärte die Düsseldorfer Rechtsanwaltskanzlei “Baum-Reiter & Collegen”, die nach eigenen Angaben mehr als 70 der Opfer vertritt. Die Frage der juristischen Schuld solle daher von der Entschädigungsfrage abgekoppelt und zur Entschädigung der Opfer eine öffentliche Stiftung eingerichtet werden.

Quelle: http://news.rtl.lu/news/panorama/newsmlmmd.d27dcd5f04cc3931f46132cb727f8ab8.991.html

Gegen A.Sauerland wird nicht ermittelt

Aktuelles Stadtwappen der Stadt Duisburg

Image via Wikipedia

Es war von Anfang an klar, gegen den Duisburger Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU) wird wegen der Katastrophe auf der Loveparade kein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Die Staatsanwaltschaft Duisburg prüfe derzeit intensiv, in welchen Fällen das Ermittlungsverfahren wegen fahrlässiger Tötung gegen Unbekannt zu einem namentlichen wird. Vermutlich bereits um die Jahreswende soll mit Ermittlungen gegen eine Reihe von Mitarbeitern von Veranstalter, Polizei und Stadt begonnen werden. Bei der Katastrophe auf der Loveparade waren im Juli 21 Menschen ums Leben gekommen. Sauerland hatte in den vergangenen Monaten jede persönliche und politische Verantwortung von sich gewiesen. In der Stadt ist er umstritten. Bis heute wird er bei öffentlichen Angriffen von Demonstranten begleitet, auf einer Personalversammlung im Rathaus vor wenigen Wochen wurde das Stadtoberhaupt von den eigenen Mitarbeitern ausgepfiffen.

Sauerland lügt…

Die scheinheiligen Äußerungen von Adolf Sauerland erinnern mich ein wenig an Jan Ullrich, der leugnet bekanntlich bis heute erwiesene Tatsachen…
Drei Wochen nach der Katastrophe auf der Love-Parade in Duisburg mit 21 Toten und über 500 Verletzten hat Oberbürgermeister Adolf Sauerland erneut seinen sofortigen Rücktritt abgelehnt.

Duisburg mayor Adolf Sauerland (R) and Love Parade 2010 organizer Rainer Schaller attend a news conference in the town hall of the western German city of Duisburg July 25, 2010. At least 19 people were killed and some 80 people were seriously injured in a stampede at the Love Parade techno music festival in the western German city on Saturday, after overcrowding at an entrance gate sparked a stampede, police said. REUTERS/Wolfgang Rattay  (GERMANY - Tags: DISASTER)

Erst müssten in der Verwaltung, der Genehmigungsbehörde, die Ursachen, die zu dem Unglück geführt hätten, aufgeklärt werden, sagte Sauerland am Sonntag im Interview des WDR-Fernsehens.

“Wer soll das tun, der nicht beteiligt ist”?

Es gebe viele Fragen, die ihn bedrückten. Erst wenn er die Antworten habe, wolle er entscheiden, ob und wie er sein Amt weiter ausführen könne.

“Jeden Morgen, wenn ich wach werde, wünsche ich mir, dass alles das, was wir erlebt haben, nur ein böser Traum ist, aber es ist Realität”,

sagte der CDU-Politiker. An die Angehörigen der Opfer gewandt drückte er sein bedauern aus.

” Es tut mir, es tut uns, unendlich leid”.

Fehler seiner Behörde räumte er indes nicht ein.

“Im Nachgang ist man immer schlauer”.

Das Sicherheitskonzept sei “im Dialog aller” entstanden. Die Stadt habe ihre Anforderungen durchgesetzt und zuvor auch externen Sachverstand hinzugezogen wie etwa von Gutachter Michael Schreckenberg.

Am 24. Juli waren bei einer Massenpanik 21 Menschen getötet und über 500 verletzt worden. In der Kritik stehen die Stadt Duisburg mit Oberbürgermeister Sauerland und der Veranstalter Rainer Schaller mit seiner Firma Lopavent. Sauerland wird vorgeworfen, Sicherheitsbedenken gegen die Techno-Party ignoriert zu haben. Schaller soll sein eigenes Sicherheitskonzept nicht erfüllt haben.

Schaller wie auch Sauerland beschuldigten sich unmittelbar nach der Katastrophe erst gegenseitig, später dann machten sie gemeinsam gegen die Polizei Front, die hätte nämlich Fehler im Einsatz gemacht… und sonst niemand.

Duisburgs OB Sauerland wusste von Planungsproblemen

Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU) soll detalliert über Planungsprobleme im Vorfeld der Loveparade informiert gewesen sein.

Duisburg mayor Adolf Sauerland (R) and Love Parade 2010 organizer Rainer Schaller attend a news conference in the town hall of the western German city of Duisburg July 25, 2010. At least 19 people were killed and some 80 people were seriously injured in a stampede at the Love Parade techno music festival in the western German city on Saturday, after overcrowding at an entrance gate sparked a stampede, police said. REUTERS/Wolfgang Rattay  (GERMANY - Tags: DISASTER)

Dies gehe aus vertraulichen Anhängen zu dem am Mittwoch bekannt gewordenen Zwischenbericht über die Loveparade-Tragödie hervor, berichtet der “Spiegel”. Der “Focus” berichtet derweil, dass die nordrhein-westfälische Landesregierung unter dem früheren Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers (CDU) im Genehmigungsverfahren Druck auf die Stadt Duisburg ausgeübt habe.

Laut “Spiegel” schrieb die städtische Untere Bauaufsicht am 14. Juni einen Brandbrief an den Veranstalter. Eine Kopie des Schreibens soll laut Vermerk Sauerlands Büro erhalten haben. In dem Schreiben wies die Bauaufsicht dem Bericht zufolge darauf hin, dass am 14. Juni weder ein Lageplan des Loveparade-Geländes noch ein “zielorientiertes Brandschutzkonzept” vorgelegen habe. Auch eine Endfassung des Sicherheitskonzepts habe es zum damaligen Zeitpunkt nicht gegeben.

Wie der “Focus” unter Berufung auf ein Besprechungsprotokoll zum ersten Planertreffen für die Techno-Party am 2. Oktober 2009 berichtet, betonte der städtische Ordnungsdezernent Wolfgang Rabe, dass Rüttgers “in der Vergangenheit bereits eine Aussage getroffen habe, dass die Loveparade in Duisburg stattfinden sollte”. Eine Absage könne daher “lediglich aus gravierenden Sicherheitsbedenken erfolgen”.

Anfang März 2010 hielt das Ordnungsamt dem “Focus” zufolge laut einem weiteren Protokoll “die Durchführung der Veranstaltung” auf dem alten Güterbahnhof “nicht für möglich”, konnte sich aber nicht durchsetzen. Sorgen bereitete demnach das Fluchtkonzept. Am 20. Juni hätten die Behörden moniert, die Pläne der Veranstalter würden gegen die Verordnung für den Betrieb von Sonderbauten verstoßen.

Kurz vor Beginn der Loveparade erhöhte der Veranstalter der Loveparade, Rainer Schaller, dem “Focus” zufolge den Druck auf das Duisburger Rathaus. Das Bauamt hatte demnach am 14. Juli wichtige Unterlagen eingefordert, darunter ein Sicherheitskonzept. Fünf Tage später habe sich eine Anwaltskanzlei im Auftrag von Schallers Firma Lopavent gemeldet und auf die Erteilung einer “Sondernutzungserlaubnis” gedrungen. Am 21. Juli gab die Stadt grünes Licht für die Veranstaltung.

Warum “klebt” OB Sauerland so an seinem Stuhl.?

Er lässt nicht locker, er klebt an seinem Stuhl… so oder ähnlich hört oder liest man es derzeit immer wieder in den Medien wenn es um den Duisburger OB Sauerland geht.

Duisburg mayor Adolf Sauerland (R) and Love Parade 2010 organizer Rainer Schaller attend a news conference in the town hall of the western German city of Duisburg July 25, 2010. At least 19 people were killed and some 80 people were seriously injured in a stampede at the Love Parade techno music festival in the western German city on Saturday, after overcrowding at an entrance gate sparked a stampede, police said. REUTERS/Wolfgang Rattay  (GERMANY - Tags: DISASTER)

Ja, ein Rücktritt ist längst überfällig… niemand kauft dem OB Sauerland ab das er von den Planungen zur Loveparade nichts gewusst haben will. Seine hilflosen Versuche, die Schuld an der Tragödie von Duisburg einzig Schaller anzuhängen, seine Erklärung, er habe ja nichts unterschrieben, all das ist unglaubwürdig. Als Oberbürgermeister ist Sauerland Herr über seine Angestellten im Rathaus und natürlich auch verantwortlich für deren tun. Warum also klammert sich dieser Mensch so an seinen Posten.? Die Antwort ist einfach, Sauerland will seine Pension nicht verlieren.

Hannover (ots) – Es ist vermutlich nicht nur der Glaube an die eigene Unschuld, der Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU) an seinem Amt festhalten lässt. Ein Rücktritt würde den 55-Jährigen finanziell teuer zu stehen kommen. Das Landesbeamtengesetz sieht einen Rücktritt aus politischen Gründen nicht vor. Sauerland müsste einen Antrag auf Entlassung stellen. Wer das aber tut, “verliert sämtliche Ansprüche auf Dienstbezuge und Versorgung”, erklärte gestern Heinz Wirz, Justiziar des nordrhein-westfälischen Steuerzahlerbundes, gegenüber der “Neuen Presse” (Freitagsausgabe) aus Hannover. Verloren wären damit auch die Pensionsansprüche, die sich Sauerland vor der Wahl 2004 in langen Jahren als Oberstudienrat im benachbarten Krefeld erworben hat. “Das ist knallhart”, so Wirz. Der dann Ex-Beamte würde lediglich in der gesetzlichen Rentenversicherung nachversichert. Ein herber Verlust für Duisburgs OB, der als B10-Beamter ein Grundgehalt von 10 582,30 Euro (plus Zulagen) bezieht, für 2009 zusätzliche Nebeneinkünfte von 16 100 Euro im Jahr angab und zudem rund 50 zum Teil gut dotierte Mandate in Aufsichts-, Verwaltungs- und Beiräten sowie Verbänden und Vereinen wahrnimmt. Erhalten blieben ihm die Pensionsansprüche nur, wenn er die Amtszeit (bis 2014) beendet oder abgewählt wird. Das bereiten gerade Duisburgs Linke vor. Ratsfraktionschef Hermann Dierkes hat gestern alle Ratsmitglieder in persönlichen Schreiben um Unterstützung gebeten und will für September eine Rats-Sondersitzung beantragen. Eine Abwahl müssen mindestens 50 Prozent der gewählten Ratsmitglieder beantragen, ein Beschluss darüber benötigt eine Zwei-Drittel-Mehrheit (in Niedersachsen: 3/4). Die Entscheidung fällen dann die Bürger.

Tja, Aufklärung will er… und danach will er handeln, der Herr OB Sauerland… glaubt er wirklich das ihm das noch jemand abkauft.?

Quelle: http://www.blogspan.net/presse/neue-presse-hannover-rucktritt-kame-duisburger-ob-teuer/mitteilung/170857/

Tausende gedenken der Opfer der Loveparade-Katastrophe

Eine Woche nach der Massenpanik auf der Duisburger Loveparade haben tausende Menschen der 21 Todesopfer gedacht. “Sie sind nicht allein”, sagte die nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) bei der zentralen Gedenkfeier in der Salvatorkirche zu den Angehörigen der Opfer.

DUISBURG, GERMANY - JULY 25: Govenor of the German (C) state of Nordrhein-Westphalia, Hannelore Kraft expresses her condolences on the day after a stampede at Germany's famous Love Parade festival killed at least 18 revellers, on July 25, 2010 in Duisburg, Germany. Hundreds more were injured as a mass panic spread amongst thousands of people who were stuck in a tunnel which acted as the only entrance into the festival grounds. (Photo by Christoph Reichwein/Getty Images)

An dem Gottesdienst nahmen auch Bundespräsident Christian Wulff und Kanzlerin Angela Merkel (CDU) teil. Die Gedenkfeier leiteten der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Nikolaus Schneider, und der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck. Die Loveparade sei durch das Unglück zu einem “Totentanz” geworden, sagte Schneider in seiner Rede. Mitten hinein “in ein Fest überbordender Lebensfreude hat der Tod uns allen sein schreckliches Gesicht gezeigt”.

Das “Vertrauen in Gottes Gerechtigkeit und Liebe hat deshalb Risse bekommen”.

Im Anschluss an die Predigten entzündeten die Geistlichen gemeinsam mit Rettungskräften, Notfallseelsorgern und anderen Katastrophenhelfern für jedes der 21 Opfer eine Kerze. Die Kerzen seien Zeichen der Liebe, in der die Toten lebten, sagte Overbeck.

Hannelore Kraft kämpfte während ihrer Rede mit den Tränen. Die Tragödie mache auch wütend, sagte sie vor der Trauergemeinde. Noch gebe es zu viele Fragen und zu wenige Antworten.

“Wer ist schuld, wer ist verantwortlich?” – diese Fragen müssten aufgeklärt und Antworten gefunden werden.

An dem Trauergottesdienst nahmen neben Angehörigen und Rettungskräften auch Bundestagespräsident Norbert Lammert (CDU), Außenminister Guido Westerwelle (FDP) und weitere Bundes- und Landespolitiker teil. Merkel hatte für die Feier ihren Urlaub unterbrochen. Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU) blieb dem Gedenken fern, weil er einem Stadtsprecher zufolge “mit seiner Anwesenheit nicht provozieren” wolle. Auch der Veranstalter der Loveparade, Rainer Schaller, nahm an dem Gottesdienst aus Rücksicht auf die Angehörigen nicht teil.

Merkel sprach nach dem Gottesdienst mit Angehörigen der Opfer und zeigte sich tief berührt. “Diese Gespräche mit den Angehörigen sind mir sehr zu Herzen gegangen. Aus dem schrecklichen Ereignis von Duisburg müssen jetzt die richtigen Konsequenzen gezogen werden”, sagte sie der “Bild am Sonntag”. Wulff kündigte in der Zeitung an, er wolle ehrenamtliche Helfer, “die Leben gerettet und Menschen geholfen haben, nach Berlin einladen und auszeichnen”.

People release 511 white balloons that stand for the injured and 21 black balloons representing the 21 killed people in the stampede at the Love Parade in Duisburg July 31, 2010. Thousands of mourners gathered in Duisburg on Saturday to mourn the death of 21 techno fans in the stampede when hordes of young people pushed through a tunnel into the techno festival area at a former freight rail yard in the western German city near the Dutch border. REUTERS/Thomas Peter  (GERMANY - Tags: DISASTER SOCIETY)

Die Gedenkfeier wurde auch auf Großleinwänden in das Duisburger Fußballstadion und in zwölf weitere Kirchen übertragen.Am Nachmittag beteiligten sich nach Polizeiangaben etwa 5000 Menschen an einem Trauerzug. Sie ließen im Gedenken an die Toten und Verletzten 21 schwarze und 510 weiße Luftballons aufsteigen.

Bundespräsident Christian Wulff legt OB Sauerland Rücktritt nahe

Bundespräsident Christian Wulff hat sich nach der Katastrophe bei der Duisburger Loveparade indirekt für einen Rücktritt des Oberbürgermeisters Adolf Sauerland ausgesprochen.

German lower house of parliament Bundestag president Norbert Lammert (L-R, front row), Chancellor Angela Merkel, President Christian Wulff and his wife Bettina (3L) and Hannelore Kraft, state premier of North Rhine-Westphalia NRW attend a memorial service in Salvator Church (Salvatorkirche) in Duisburg July 31, 2010. Merkel attended a memorial service on Saturday for the 21 people killed in a stampede at the Love Parade techno music festival as pressure grew on the local mayor Adolf Sauerland, her party ally, to resign. REUTERS/Uta Wagner/Staatskanzlei NRW (GERMANY - Tags: POLITICS RELIGION OBITUARY)

Zwar gelte jeder als unschuldig, dessen Schuld nicht bewiesen sei, sagte Wulff der „Bild am Sonntag“.

„Doch unabhängig von konkreter persönlicher Schuld gibt es auch eine politische Verantwortung.“ Das werde der Bürgermeister abwägen müssen.

Gefragt nach einem Rat für Sauerland sagte Wulff:
„Den würde ich ihm nur geben, wenn er mich darum bitten würde – und dann unter vier Augen.“
Nur wenige Minuten nach der bewegenden Trauerfeier für die Opfer der Katastrophe von Duisburg, veröffentlichte der Nachrichtensender N24 ein Interview mit Duisburgs OB Sauerland in dem der OB noch einmal bekräftigte, im Amt bleiben zu wollen.

Er sei „sicher, dass es Fehler gab, dass Fehler gemacht wurden“. Aber es müsse noch vieles getan werden, um aufzuklären. „Und das kann ich nur, wenn ich im Amt bleibe.“ Gäbe er auf, dann wären alle Akten für ihn geschlossen. „Ich will Antworten haben, und werde dann auch Konsequenzen für mich und mein Handeln ziehen.“

Genau an diesem “im Amt bleiben wollen” sollte er aber gehindert werden, nur so stellt man m.M.n. sicher das es eine ehrliche und vollständige Aufarbeitung gibt…

Bewegende Trauerfeier

Es war eine sehr bewegende Trauerfeier und es waren bewegende Worte die von Ministerpräsidentin Hannelore Kraft gesprochen wurden.

Wir werden Antworten finden” … ja Frau Kraft, wir werden Antworten finden und wir werden die richtigen Antworten finden. Damit das gelingt, werden wir jetzt die für Antworten nötigen Fragen stellen.