Der Tag danach… Erste Reaktionen

18 Senatoren im US-Senat stellen sich gegen “Stop Online Piracy Act” (SOPA), und den “Protect IP Act” (PIPA). Damit zeigt der Protest von vielen großen und kleinen Seiten gegen diese Gesetzesvorhaben in den USA erste Erfolge.

Sieben der Senatoren, die laut Ars Technica ihre Unterstützung zurückzogen, hatten das Gesetz mit eingebracht. Damit wackele das Gesetz nach Einschätzungen von Aktivisten, aber es falle noch nicht: Die republikanischen Abgeordneten, die ihre Unterstützung zurückzogen, wollten das Gesetz lediglich überarbeitet sehen. Die New York Times spricht von einem “Politischen Erwachsenwerden” der Internetindustrie.

Quelle: http://www.heise.de/newsticker/meldung/Proteste-gegen-PIPA-und-SOPA-zeigen-Erfolge-1416809.html

Die Macht des Internet

Die Onlineindustrie habe mit ihrem Blackout-Protest einen taktischen Erfolg erzielt, schreibt die Financial Times und verweist auf die Entscheidung des Weißen Hauses, sich gegen Teile des geplanten Anti-Piraterie-Gesetzes zu stellen. Auf lange Sicht schade sich das Silicon Valley mit ihrer Panikmache vor jedem Versuch, gegen Onlinepiraterie vorzugehen, allerdings selbst und untergrabe die eigene Glaubwürdigkeit. Auch wenn die vom Verband der Filmindustrie geschätzten 58 Milliarden Dollar an jährlichem Schaden durch Piraterie zweifelhaft klingen – Autoren, Filmemacher und Komponisten litten ohne Frage unter geistigem Diebstahl.

Auch wenn andere Künstler argumentierten, die freie Verbreitung ihrer Werke sei sogar gut für ihr Geschäft, müsse dies noch immer eine freie Entscheidung bleiben. Die Onlineindustrie stelle ihre Interessen über die von Hollywood. „Wenn sie jedoch guten Willen zeigen will, dann muss sie Vorschläge machen, wie ein effektives Gesetz funktionieren könne, und nicht immer nur protestieren“, schreibt das Blatt.

Aus Sicht des britischen Guardian ist die Aktion, bei der etwa die Website der englischsprachigen Wikipedia 24 Stunden nicht zu erreichen war, der größte Protest in der Geschichte des Internets gewesen. Der Widerstand gegen die beiden Gesetzesinitiativen, kurz „Sopa“ und „Pipa“ genannt, habe die Macht des freien Internets demonstriert. Die amerikanische Internet-Industrie werfe den Gesetzesmachern nicht nur vor, Zensur im Internet einführen zu wollen, sondern die Branche von der Ausarbeitung des Gesetzes ausdrücklich ausgeschlossen zu haben. Laut Entwurf des Sopa-Gesetzes könne etwa die Video-Seite Youtube komplett blockiert werden, wenn auch nur eine Urheberrechtsverletzung nach amerikanischem Recht gefunden werde. Angesichts der schnellen Reaktion von Präsident Obama, der die Gesetzesvorschläge kritisch kommentiert habe, scheine das Internet Gehör zu finden.

Quelle und vollständiger Artikel: http://www.handelsblatt.com/meinung/presseschau/der-verdeckte-lobby-krieg-im-internet/6083718.html