Ehrendoktor-Titel auch weg

Uups…der nächste Titel ist futsch. Annette Schavan (CDU) wird nach dem Entzug ihres Doktortitels auch ihren Ehrendoktor-Titel der Universität Kairo verlieren. Der Dekan der betroffenen Fakultät, Moataz Abdul Allah, kündigte an, dass die Universität den Titel entziehen werde. Den Antrag auf Aberkennung will er bei einem Treffen des Fakultätsrats im März stellen.

“Die Entscheidung in Düsseldorf bedeutet, dass Frau Schavan auch in Kairo keinen Doktortitel tragen darf”,

sagte Abdul Allah. Schavan war 2009 die erste Frau, die von der Uni Kairo mit der Ehrendoktorwürde ausgezeichnet wurde. Die Universität Düsseldorf hatte Schavan wegen Plagiatsverdacht Anfang Februar den Doktortitel entzogen.

 

Schavan… wie lange noch ?

Die Festung Schavan wird sturmreif geschossen. Eine Mehrheit der Deutschen hält Bundesbildungsministerin Annette Schavan wegen der Plagiatsaffäre um ihren Doktortitel als Ministerin nicht mehr für tragbar.

In einer am Freitag veröffentlichten repräsentativen Umfrage sprachen sich 59 Prozent der Bürger für ihren Rücktritt aus, nur 29 Prozent waren der Ansicht, sie solle im Amt bleiben. 13 Prozent waren unentschlossen.

In der YouGov-Umfrage für “Zeit online” gaben zwei Drittel an, die unzähligen Plagiatsfälle der vergangenen Monate hätten dem Ansehen des Doktortitels geschadet. Außerdem sprachen sich 55 Prozent gegen eine Verjährungsfrist für Plagiate aus. Der Rat der Philosophischen Fakultät der Universität Düsseldorf hatte der 57-jährigen Ministerin am Dienstag den Doktortitel entzogen. Schavan hatte daraufhin eine Klage gegen die Uni angekündigt.

Ob die Vertraute Merkels im Amt bleiben will, hat sie bisher offengelassen. Auch Merkel hat sich nicht klar zu ihrer Zukunft als Ministerin bekannt. Über Regierungssprecher Steffen Seibert hatte sie Schavan aber ihr “volles Vertrauen” ausgesprochen. Wann das angekündigte klärende Gespräch der beiden stattfinden sollte, ist ungewiss.

SPD-Chef Sigmar Gabriel sagte, ihm tue die Situation für Schavan leid, die eine “ausgesprochen kluge und anständige Kollegin” sei. Schavan sei nicht zu vergleichen mit dem wegen Plagiaten in seiner Dissertation zurückgetretenen Ex-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg, der ein “Aufschneider” gewesen sei. Trotzdem befinde sie sich in einer schwierigen Situation: “Dass das schwer vorstellbar ist, dass man Promotionsfeiern als Wissenschaftsministerin eröffnet, wenn man selbst in einer solchen Debatte ist, ist klar.”

Zusatz: Im Auftrag von Handelsblatt Online stellte das Online-Marktforschungsinstitut Mafo in einer repräsentativen Umfrage 1000 Menschen die Frage, ob Schavan von ihrem Amt zurücktreten sollte. 66,5 Prozent der Befragten beantworteten die Frage mit „Ja“ (71,5 Prozent der Männer und 61,5 Prozent der Frauen). 33,5 Prozent der Befragten halten einen Rücktritt nicht für angemessen. Insgesamt gnädiger äußern sich die Älteren im Fall Schavan: Von den 46- bis 65-Jährigen fordern 52,5 Prozent der Befragten einen Rücktritt, bei den 18- bis 30-Jährigen sind es schon 73,8 Prozent.

Quelle:Thomson Reuters / Handelsblatt

 

Schavan, die Zeit läuft ab…

Wir erinnern uns, auch ein Herr zu Guttenberg  bekam Unterstützung und mußte dann doch gehen.  Die in der Plagiatsaffäre angezählte Bildungsministerin Annette Schavan bekommt Rückhalt aus der Wissenschaft.

Der Präsident der Berliner Humboldt-Universität, Jan-Hendrik Olbertz, kritisierte die Entscheidung der Uni Düsseldorf, Schavan den Doktortitel abzuerkennen. “Vom Verfahren her ist die Entscheidung der Uni Düsseldorf anzuzweifeln. Die Bewertung der fraglichen Textpassagen hatte nicht die nötige Tiefe”, sagte Olbertz dem Nachrichtenmagazin “Focus” laut Vorabmeldung. Auch der Präsident der Humboldt-Stiftung, Helmut Schwarz, sagte dem Magazin am Rande einer Reise mit Schavan nach Südafrika: “Eine Ministerin muss man nach ihrer Kompetenz und Leistung beurteilen.” In dieser Hinsicht gebe es keinen Grund zum Rücktritt.

Hingegen hatten der Deutsche Hochschulverband und die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Schavans Rücktritt gefordert. Der Rat der Philosophischen Fakultät der Düsseldorfer Universität hatte der 57-Jährigen am Dienstagabend den Doktortitel entzogen. Schavan habe “systematisch und vorsätzlich gedankliche Leistungen vorgegeben”, die sie nicht selbst erbracht habe. Schavan will gegen die Aberkennung des Titels klagen.

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Ihre politische Zukunft hat die Ministerin offengelassen. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich nicht klar zu Schavan als Ministerin bekannt. Über ihren Regierungssprecher sprach Merkel ihrer langjährigen Vertrauten zwar ihr “volles Vertrauen” aus. Regierungssprecher Steffen Seibert ließ Fragen zu Schavans Zukunft als Ministerin am Donnerstag aber unbeantwortet. Stattdessen verwies er auf ein Gespräch der beiden Politikerinnen, das nach Schavans Rückkehr aus Südafrika stattfinden soll.

Quelle: http://de.reuters.com/article/domesticNews/idDEBEE91601V20130207

Schavan-Plagiat

Schavans Rücktritt wird eingeleitet. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Bildungsministerin Annette Schavan auch nach der Aberkennung des Doktortitels Rückendeckung gegeben.

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Die Kanzlerin habe “volles Vertrauen” in Schavan, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Mittwoch in Berlin. Sie stehe mit ihr “in gutem Kontakt” und schätze “ihre Leistung als Ministerin außerordentlich”. Die Bundesregierung verstehe, dass Schavan gegen die Entscheidung der Universität Düsseldorf zum Entzug des Doktortitels ihre rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen wolle. Damit beginne ein geordnetes rechtliches Verfahren.

Schavan werde ihre Südafrika-Reise wie geplant fortsetzen. Nach der für Freitagabend geplanten Rückkehr bestehe die Möglichkeit, in Ruhe miteinander zu reden. “Sicher wird die Ministerin dann auch erneut und ausführlicher Stellung nehmen, als das aus dem Ausland möglich und angebracht ist”, kündigte Seibert an.

Quelle: http://de.reuters.com/article/domesticNews/idDEBEE91504K20130206

Der Faulpelz klagt

Die faulste Europapolitikerin aller Zeiten, Silvana Koch-Mehrin, klagt gegen die Aberkennung ihres Doktortitels.

FDP-Mitmachzentrum
Image by Liberale via Flickr

Koch-Mehrin reichte am Mittwoch Klage gegen die Universität Heidelberg ein, die ihr den Doktortitel wegen Plagiatsvorwürfen entzogen hatte. Das teilte das Verwaltungsgericht Karlsruhe am Mittwoch mit (Az.: 7 K 3335/11).

Ob es überhaupt zu einer Verhandlung kommt, steht noch nicht fest. Die Universität Heidelberg hatte der Politikerin im Juni den Titel aberkannt, weil auf rund 80 Seiten ihrer Dissertation 120 Stellen als Plagiate zu klassifizieren seien, wie es zur Begründung hieß.

Koch-Mehrin hatte dagegen Widerspruch eingelegt und erklärt,

dass der Uni die Mängel ihrer Arbeit stets bekannt waren und die Note deshalb auch entsprechend schlecht ausgefallen sei.

Dennoch sei die Arbeit am Ende für würdig empfunden worden. Die Politikerin hatte bereits im Mai wegen der Vorwürfe ihre Posten als Vorsitzende der FDP im Europaparlament und als Parlaments-Vizepräsidentin niedergelegt.

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Sperrgesetz aufgehoben

Webseiten mit Kinderpornos werden künftig nicht mehr gesperrt, sondern komplett gelöscht.

Der Bundestag kippte am Donnerstagabend fast einstimmig die umstrittenen Internet-Sperren. Das bereits ausgesetzte Sperrgesetz wurde von den Parlamentariern endgültig aufgehoben.

“Selbstregulierung und Transparenz statt einer hochproblematischen Sperr-Infrastruktur sind für uns die richtige Antwort”, erklärte Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP). Eine Löschung auf ausländischen Servern dauere nur wenige Tage, in Deutschland sogar nur wenige Stunden.

(2009) Kleiner Versuch mit grosser Wirkung: CareChild testet die Bekämpfung von Internetinhalten mit Kinderpornografie und kommt zu einem beschämenden Ergebnis für die Deutsche Politik.
Nur ein kleiner Versuch mit geringem Aufwand sollte es sein. Nicht länger als 1 Tag sollten die Vorbereitungen (juristisch & technisch) dauern und nach 48 Stunden sollten mindestens die Hälfte von insgesamt 20 Domains, von der offiziellen dänischen Sperrliste für kinderpornografische Webinhalte, nicht mehr erreichbar sein.

Getestet werden sollte u.a. wie schnell lassen sich Internetseiten, die Kinderpornografie enthalten oder von denen es zumindest behauptet wird,  abschalten. Wie schnell und unter wieviel Druck reagieren die Provider?

Nach der Veröffentlichung der dänischen Sperrliste im Internet war es erstmals überhaupt möglich solch einen Versuch durchzuführen. Die geballte Sammlung von knapp 3.500 gesperrten Domains sind immerhin eine Datengrundlage, mit der man arbeiten kann.

Juristische Prüfung

Vorher waren jedoch noch Hausaufgaben juristischer Art zu machen. Ein Zugriff auf die gesperrten Seiten kam nicht in Frage. Wie sollte also geprüft werden, ob sich überhaupt kinderpornografische Inhalte darauf befinden? Ein schnell dafür entwickeltes Programm konnte helfen. Es zog lediglich die HTML Seiten (den reinen Text) und prüfte auf Verfügbarkeit und dem vorkommen bestimmter Stichworte. Multimediainhalte (Bilder/Flash/Video etc.) werden dabei nicht heruntergeladen. Ein Stichworttreffer qualifizierte die Seite für den Test.

Zeitaufwand: 1 Arbeitstag

Der Zeitaufwand dafür betrug lediglich ca. 8 Stunden – der Arbeitstag eines Polizisten. Darin eingerechnet ist bereits  der Zeitaufwand für die Programmierung.

Bei dem Versuch wurden die Provider, bei denen die Inhalte physikalisch gespeichert waren, angeschrieben. Neben der Mitteilung der Domain und deren IP Adresse wurde auch mitgeteilt, dass sich die Domain auf der Sperrliste befindet und zur sofortigen Abschaltung selbiger aufgefordert.
Besser und einfacher als erwartet
Im Ergebnis waren 16 Internetdomains, die sich auf der dänischen Sperrliste befanden Geschichte, einige sogar dauerhaft. Bei 4 Domains teilten die Provider mit, es handele sich nicht um illegales Material oder der Seitenbetreiber hätte sogenannte “record keeping documents” vorgelegt, aus denen das (volljährige) Alter der Darsteller hervorgeht.

Die Dokumentation zu dem Versuch, mit ausführlichen Ergebnissen, kann hier heruntergeladen werden:
 CareChild Versuch - Bekämpfung kinderpornografischer Internetseiten CareChild Versuch – Bekämpfung kinderpornografischer Internetseiten.

Beschämendes Ergebnis
Das Ergebnis ist beschämend für die Politik, insbesondere für Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen und Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble. Die Deutsche Sperrliste wird zu grossen Teilen identisch mit der Liste der anderen Länder sein, insbesondere was die Qualität der Seiten angeht. Das diese so leicht und mit derart geringem Aufwand aus dem Netz zu fegen sind, sollte nachdenklich stimmen.

Denn dies hätte letztendlich schon längst in Angriff genommen werden können, statt sich mit naiven Zensurwünschen und der Präsentation brutaler Kinderpornos vor Journalisten und Providern noch vor der Wahl profilieren zu wollen. An dem eigentlichen Problem der kommerzialisierten Kinderpornografie ändert dies alles ohnehin nichts. Diese ist weder von Zensur und Sperrlisten beeinflussbar noch von der schnellen Abschaltung durch Informationen an Provider. Dafür funktionieren die Abläufe und Methoden der überaus gut organisierten kriminellen Strukturen einfach zu gut.

Quelle: Care Child

Guttenbergs Plagiat

Es war ja nicht nur meine Vermutung, dass dieses Guttenberg-Plagiat lange vor Fischer-Lescano einem entsprechenden Personenkreis bekannt gewesen sein muß.

Nach Informationen der „Welt am Sonntag“ waren die Fehler in Guttenbergs Arbeit mehreren Wissenschaftlern schon seit Längerem bekannt. Zwei von ihnen sprechen nun erstmals. Mehr als ein halbes Jahr vor Fischer-Lescano war diesen klar, dass Guttenberg mehrere Passagen unsauber übernommen hat. Warum die Professoren dies für sich behielten, ist nur schwer zu verstehen.

Trotzdem bleibt auch nach dem durchaus guten Welt-Artikel für mich die Frage unbeantwortet im Raum, warum die Herrschaften sich nicht mit deutlichen Worten frühzeitig zu Wort gemeldet hatten.

Auf was hatten die gehofft ?

Quelle: http://www.welt.de/politik/deutschland/article13737090/Professoren-wussten-frueh-von-Guttenbergs-Plagiaten.html

Freigekauft

Schande… die Staatsanwaltschaft Hof hat im Plagiats-Verfahren gegen Karl-Theodor zu Guttenberg alle Ermittlungen eingestellt.

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Lediglich 20.000 Euro an die Deutsche Kinderkrebshilfe muß zu Guttenberg zahlen. Damit kommt es nicht zu einer Hauptverhandlung gegen zu Guttenberg, dem Urheberrechtsverletzungen vorgeworfen worden waren.

Eine Urheberrechtsverletzung ist ein Verstoß gegen das Urheberrecht. Urheberrechtsverletzungen können zum Beispiel in der Änderung eines Werkes oder seines Titels liegen. Unberechtigte Bearbeitung oder Umgestaltung eines Werkes ist ebenfalls ein Verstoß gegen das Urheberrecht.

Gegenstand der sogenannten Plagiatsaffäre ist der Vorwurf zahlreicher Plagiate in der von Guttenberg bei der Universität Bayreuth eingereichten Dissertation Verfassung und Verfassungsvertrag. Auf der Grundlage dieser Arbeit war ihm 2007 der akademische Doktorgrad verliehen worden.

Die Rechts- und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät der Universität Bayreuth erkannte Guttenberg schließlich am 23. Februar 2011 den Doktorgrad ab.

Am 1. März 2011 erklärte zu Guttenberg seinen Rücktritt von allen politischen Ämtern. Am 3. März 2011 wurde er daraufhin als Verteidigungsminister entlassen. Sein Mandat als Abgeordneter des Bundestages gab er auf.

Eine von der Universität Bayreuth eingesetzte Untersuchungskommission kam nach dreimonatiger Prüfung zu dem Schluss, dass Guttenberg „die Standards guter wissenschaftlicher Praxis evident grob verletzt und hierbei vorsätzlich getäuscht“ habe. Er habe Plagiate über die ganze Arbeit verteilt eingebaut, die Originaltexte umformuliert, den Satzbau umgestellt, Synonyme verwendet und Einzelheiten ausgelassen. Dies setze ein „bewusstes Vorgehen“ voraus, mit dem er sich die Autorschaft angemaßt habe.

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Karl-Theodor_zu_Guttenberg#Plagiatsaff.C3.A4re_und_R.C3.BCckzug_aus_Deutschland

Geht endlich… und kommt nie zurück

Aufatmen in Deutschland. “Der Große Plagiator” zu Guttenberg, will mit seiner Familie in die USA ziehen. Das ist die gute Nachricht…

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Jetzt die schlechte Nachricht: “Wir kommen aber zurück. Das ist schon mal klar” droht  Stephanie zu Guttenberg vorsorglich… und diese Drohung sollte uns wirklich Angst machen.

Der Copy und Paste König nimmt nämlich nur eine kleine Auszeit, will ein Buch schreiben – das sollte man übrigens aufmerksam lesen und nach Plagiaten absuchen, die Katze läßt bekanntlich das mausen nicht– und danach will DER uns wieder beglücken… als Politiker… im Bundestag.

 

Chaos wohin man sieht…

Die Reihen lichten sich. Die ehemaligen “Freunde” von Karl Theodor zu Guttenberg gehen zunehmend auf Abstand. Strahlemann hat auch sie belogen und betrogen wo es nur ging… die Bundeswehrreform… ein einziges Chaos.

Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) sorgt sich um die Zukunft der Bundeswehr. Er rückt wegen großer Probleme mit der Bundeswehrreform sogar vom gestürzten CSU-Hoffnungsträger Karl-Theodor zu Guttenberg ab. „Soldaten, Arbeitsplätze, Standorte – die Fragen sind ungelöst“, kritisierte Seehofer in der „Augsburger Allgemeinen“ (Freitag). Auch Innenminister Joachim Herrmann (CSU) sieht sich in seinen Bedenken bestätigt. „Ich habe immer eine Gesamtanalyse gefordert, bei der die Auswirkungen einer Bundeswehrreform und einer Aussetzung der Wehrpflicht auf alle anderen tangierten Bereiche umfassend geprüft werden“, teilte Herrmann in München mit.

Im vergangenen Jahr hatten Seehofer und Herrmann hatten die Abschaffung der Wehrpflicht sehr skeptisch beurteilt, konnten sich aber gegen Guttenberg nicht durchsetzen – unter anderem, weil dieser von einer Welle des Zuspruchs in den Medien getragen wurde. Inzwischen treten die Probleme des Guttenberg-Erbes im Verteidigungsministerium zutage. Die Kritiker monieren, dass es überhaupt keinen durchdachten Reformplan gegeben habe. Nachfolger Thomas de Maizière (CDU) hat sich zwar nicht öffentlich von Guttenberg distanziert, aber bereits angekündigt, dass die Reform nicht mehr in dieser Wahlperiode zu bewältigen ist.

Der einstige Polit-Superstar Guttenberg bekommt in der Partei nicht mehr die volle Rückendeckung. Ihm wird inzwischen unionsintern vorgehalten, dass er sich den Sparforderungen von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) nicht nur beugte, sondern sich im Einsparen besonders hervortun wollte. Die CSU will nun erreichen, dass das der Bundeswehr verordnete Sparziel von mehr als acht Milliarden Euro bis 2015 abgemildert wird. Das ganze Ausmaß der Probleme sei ihm erst bei einem Gespräch mit de Maizière vergangene Woche klar geworden, sagte Seehofer der „Augsburger Allgemeinen“. Guttenberg habe ein „militär- und strukturpolitisches Desaster“ hinterlassen, beklagte ein ungenanntes Mitglied der Staatsregierung in der Zeitung.

Herrmann sagte, insbesondere fehle eine Antwort auf die Frage, „wie anstelle der Wehrpflichtigen künftig genügend Freiwillige für den Wehrdienst rekrutiert werden können“. Dies sei nicht nur eine Frage des Geldes, „sondern auch unseres Patriotismus“. Herrmann befürchtet, „dass wir bald eine Reihe leerstehender Kasernen haben werden“. Vor allem müsse aber klar sein, welche Ziele und Aufgaben die Bundeswehr der Zukunft im Ausland wie im Inland verfolgen soll. „Ich gehe davon aus, dass unter diesen Aspekten die ambitionierten Sparziele viel zu hoch gesteckt sind.“

„Erster Punkt ist, dass die 8,3 Milliarden Euro Einsparziel reduziert werden müssen“, sagte Johannes Hintersberger, der Leiter des Arbeitskreises Wehrpolitik in der Landtags-CSU. Die Sparvorgabe habe Guttenberg „zumindest ein Stück weit akzeptiert“. Nun zeige sich, „dass bei den 8,3 Milliarden Euro wenig nachvollziehbar dargestellt wurde und wird, wie das mit der Einsatzfähigkeit der Bundeswehr einhergehen kann.“ Hintersberger schlug vor, die alljährlichen Pensions- und Versorgungsleistungen von 3,6 Milliarden Euro an nicht mehr aktive Soldaten aus dem Etat des Ministeriums herauszunehmen.

Freie Wähler-Chef Hubert Aiwanger warf der Union vor, die Bundeswehr zu ruinieren. „Die Bundeswehrreform wurde völlig überstürzt und planlos vom Zaun gebrochen, ihre Auswirkungen nicht bedacht“, kritisierte er. „Es hätte rechtzeitig ein System entwickelt werden müssen, wie eine ausreichende Anzahl Freiwilliger angeworben werden kann.“

Quelle:  (dapd/dpa)

Bestätigt: Guttenberg hat gelogen

Nicht geschlampt, Karl-Theodor zu Guttenberg hat mit Absicht betrogen. Was die Kommission der Uni Bayreuth zur Doktorarbeit des Ex-Ministers erklärt, dürfte niemand mehr wundern. Die Belege für den vielfältigen und seitenweisen Schmu des Freiherrn sind erdrückend. Widersprüchlich geht die Uni-Kommission hingegen mit den Korrektoren der Arbeit ins Gericht. Massiv kritisiert sie die Topnote, spricht die Professoren dennoch von jeder Mitverantwortung frei. Da mag die Uni um ihren Ruf bangen, da will der eine Hochschullehrer dem anderen nicht am Zeug flicken. Glaubwürdig ist dieses Urteil nicht. Die Lehren aus dem Fall Guttenberg sind erst gezogen, wenn nicht nur die Uni Bayreuth, sondern alle Hochschulen Maßstäbe an Doktorarbeiten anlegen, die in ihren Prüfungsordnungen stehen: Sie müssen neue wissenschaftliche Erkenntnisse liefern und dürfen kein Zitatenschatz aus hunderten Büchern sein. Das hat mit Wissenschaft nichts gemein. Oder scheuen sich viele Professoren, klare Bedingungen zu stellen? Auch ihre Karriere wird an Publikationen gemessen, deren Qualität bei strenger Prüfung an dieser Vorgabe straucheln könnte. Der Grund: Der Ruf eines Hochschullehrers wie Uni-Rankings hängen vor allem von der Zahl der Veröffentlichungen ab, nicht von ihrem Gehalt. Guttenbergs Betrug entschuldigt dies mitnichten. Aber die Wissenschaft muss sich besinnen, was wichtig ist: Masse oder Klasse?

Quelle: http://www.presseportal.de/pm/59110/2039735/suedwest_presse