Leistungsschutzrecht

Der Plan deutscher Verlage, eine vernünftige Suche im Netz zukünftig unmöglich zu machen, in Textform…

Kein Zwang zu Klarnamen

Bundestagspräsident Norbert Lammert, offensichtlich noch immer beeindruckt von den Kommentaren zu Christian Wulff, hat sich zu Wort gemeldet und sich bitter über die Diskussionskultur in div. Foren und Webseiten beklagt. Unter anderem sagte er dabei folgendes:

“Wir beobachten im Internet an vielen Stellen eine Art der Auseinandersetzung, die in Aggressivität, Wortwahl und Tonlage die Grenzen überschreitet”

“In den allermeisten Fällen würden sich dieselben Personen zum gleichen Sachverhalt unter Offenlegung ihrer Identität zu bestimmten Aussagen ganz sicher nicht versteigen”

Die o.g. Aussage mag, oberflächlich betrachtet, sogar stimmen. Im Internet hat die Diskussionskultur in den letzten Jahren merklich gelitten, es gibt kaum noch gute Diskussionsforen die “von Hand” moderiert werden bzw. in denen auf Einhaltung der Netiquette geachtet wird.

Mit dem Start von Facebook und Co. hat sich die Situation sogar noch verschlimmert, daraus nun allerdings den Schluß zu ziehen, dass sich dies ändern wird wenn die Anonymitaet im Internet aufgehoben wird, ist schon nicht mehr blauäugig sondern dumm und gefährlich obendrein. Facebook hat die Pflicht zum Klarnamen aufgehoben, Google+ verzichtet ebenfalls auf eine Pflicht zum Klarnamen denn:

“Klarnamenzwang ist Machtmissbrauch”, heißt ein lesenswerter und viel beachteter Blogeintrag von Danah Boyd. Als Wissenschaftlerin forscht sie für Microsoft und das Berkman Center for Internet & Society an der Harvard University zur Entwicklung des Internet. Boyd schreibt, dass die meisten Menschen online Pseudonyme benutzen, weil sie keine andere Wahl haben. Weil ihnen die Macht fehlt, sich anders vor den möglichen Konsequenzen ihres Online-Seins zu schützen. [1]

  • Frauen, die Opfer einer Vergewaltigung wurden oder auf der Flucht sind vor gewalttätigen Ex-Partnern
  • Personen, die von Stalkern verfolgt werden
  • Homosexuelle, deren Outing sie selbst und ihre Familien in Gefahr oder zumindest gesellschaftliche Nachteile bringen würde.
  • Opfer von Mobbing in der Schule und am Arbeitsplatz
  • Behinderte und Angehörige ethnischer Gruppen, die diskriminiert werden.

Quelle zu [1] Stern.de

Facebook setzt Photo DNA ein

Image representing Facebook as depicted in Cru...
Image via CrunchBase

Obwohl ich den Grundgedanken gut finde und auf jeden Fall unterstütze, habe ich doch auch Bedenken… denn diese Software kann eben auch zu anderen Zwecken “mißbraucht” werden.

Facebook will gemeinsam mit Microsoft gegen Kinderpornografie im Internet vorgehen. Beide Unternehmen teilten mit, mit Hilfe einer von Microsoft entwickelten Software sollten auf Facebook hochgeladene Fotos daraufhin untersucht werden, ob auf ihnen mögliche Missbrauchsopfer abgebildet sind.

Mit der Technologie PhotoDNA werden die Bilder auf Facebook mit denen des Nationalen Zentrums für die Suche nach verschwundenen und missbrauchten Kindern (NCMEC) abgeglichen. Bei einem Treffer soll das Bild blockiert und den Behörden die Suche nach möglichen Tätern erleichtert werden.

Laut Microsoft wurden mit PhotoDNA bereits zwei Milliarden Bilder auf Microsoft-Internetdiensten untersucht. Dabei seien bei insgesamt 2500 Bildern Missbrauchsopfer ausgemacht worden. Mitentwickler Hany Farid, ein Informatikprofessor vom Dartmouth College, sagte, Falschmeldungen habe es nicht gegeben. Die Software werde zudem Facebook nicht langsamer machen. NCMEC-Leiter Ernie Allen sagte, Facebook werde zum Vorbild für die gesamte Internet-Industrie.

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Gehackte Version der Anti-Beweissicherungssoftware DECAF verfügbar

Das Original verhindert zwar den Einsatz von forensischer Software, telefoniert aber nach Hause. Auch die gehackte Version bietet kaum Schutz für Verdächtige. Zukünftige Weiterentwicklungen sollen aus der Beweissicherungssoftware COFEE eine Beweisvernichtungsmaschine machen.

Die Website SoldierX bietet eine gehackte Version der Anti-Schnüffelsoftware “Detect and Eliminate Computer Assisted Forensics” (DECAF) an. DECAF ist ein Utility, die den Einsatz von Microsofts Beweissicherungstool “Computer Online Forensic Evidence Extractor” (COFEE) durch Polizeibeamte vor Ort verhindert.

Happy holidays everybody! As part one of our holiday releases, we have hacked and re-enabled the popular DECAF tool that was mentioned in our previous news post. We were in full support of the application until we learned that it phoned home and that it could be remotely disabled by the authors. Unfortunately they decided to disable it a few days ago on account of Jesus. The original message can be viewed…

Die Betreiber von SoldierX fanden heraus, dass DECAF zwar den Einsatz von COFEE unterbindet und darüber hinaus temporäre sowie andere grundsätzlich “verdächtige” Dateien löscht, beispielsweise Bittorrent-Clients, jedoch zahlreiche Informationen “nach Hause telefoniert” und zudem von außen deaktiviert werden kann. Die gehackte Version ist nach Angaben von SoldierX von diesen unerwünschten Funktionen befreit.

COFEE ist eine Software, die Microsoft kostenlos an Polizeibehörden verteilt. Sie befindet sich auf einem USB-Stick und kann von Beamten mit sehr geringen IT-Kenntnissen eingesetzt werden. Sie dient vor allem dazu, die Informationen im Hauptspeicher und den aktuellen Bildschirminhalt zu sichern, die nach einem Ausschalten des Computers nicht mehr verfügbar sind.

Der Einsatz lohnt sich für die Ermittlungsbehörden in der Regel nur zusammen mit einer nachfolgenden Beschlagnahmung des Rechners. Der Nutzen von DECAF ist daher in der aktuellen Version für den Verdächtigen gering.

Allerdings gibt es bereits Überlegungen, DECAF so weiterzuentwickeln, dass bei der Erkennung einer COFEE-Nutzung bestimmte Verzeichnisse wie C:\TOP-SECRET automatisch durch mehrfaches physisches Überschreiben gelöscht werden. Dann wird die Beweissicherungssoftware ohne Wissen der Beamten zur Beweisvernichtungsmaschine.

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Richtig so… Microsoft sperrt modifizierte Xbox

Wie schon 2007 hat Microsoft im Zuge der jüngsten Updates mit einem Schlag mehrere tausend modifizierte Xbox-360-Konsolen von seinem kostenpflichtigen Internet-Dienst “Xbox Live” ausgeschlossen, über den die Nutzer gemeinsam mit anderen Xbox-Besitzern online zocken können. Berichten zufolge sind ca. 800.000 Konten der weltweit 20 Millionen Xbox-Live-Kunden von der Sperre betroffen.
Beim Versuch, sich mit einer modifizierten Konsole bei Xbox Live anzumelden, zeigt die Xbox 360 einen Hinweis an, dass es sich um eine umgebaute Konsole handele, die den Allgemeinen Geschäftsbedingungen des Online-Dienstes widerspreche. Erneut betrifft die Sperre nur die Konsole selbst und nicht die Nutzeraccounts.
Wer diese auf eine andere, originale Xbox 360 umkopiert, kann damit weiterhin online spielen. Wie immer, werden die Konsolen selbst nach einem Rückbau der Modifikation (Mod-Chip) dauerhaft von Xbox Live ausgeschlossen bleiben.

Rupert Murdoch will Google zur Kasse bitten…

Das «Wall Street Journal» des Medienmoguls Rupert Murdoch bietet seine Inhalte jetzt kostenpflichtig an. Über Google lassen sich die vollständigen Artikel aber immer noch finden.

Der Medienkonzern News Corporation des Multimilliardärs Rupert Murdoch steckt tief in der Krise. Im Geschäftsjahr 2008/2009  wurde ein Verlust von fast 3,4 Milliarden Dollar eingefahren. Im Jahr zuvor hatte die News Corp. noch mehr als 1,1 Milliarden Dollar Gewinn erzielt. Der australische Medienmogul Murdoch macht für die Verluste nun Suchmaschinen und Nachrichtenaggregatoren mitverantwortlich für die Krise seines Unternehmens, zu dem grosse Zeitungen wie das «Wall Street Journal», «New York Post», «The Sun» und «The Times» gehören.

Murdoch kritisierte dabei  hauptsächlich Google. In einem Interview mit dem TV-Sender «Sky News Australia» sprach Murdoch von «Kleptomanen und Parasiten». Neben Google erwähnt Murdoch aber auch die Nachrichtenseiten von Microsoft und Ask.com.

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Manche Dinge ändern sich nicht…

Das US-Patentamt (USPTO) hat einen Patentantrag von Microsoft veröffentlicht, der den Abo-Vertrieb einzelner Software- wie Hardware-Komponenten vorsieht. Das Patentamt hat den Antrag, der am 21. Juni 2007 eingereicht wurde, nicht genehmigt.
Microsofts Abo-Modell sieht PCs mit billiger Grundausstattung vor, während für leistungsintensivere Hardware und Anwendungen extra bezahlt werden soll.
Dementsprechend würden User per Abo zwar mehr bezahlen als bisher, zugleich aber auch Computer mit höherer Leistungsfähigkeit und längerer Lebensdauer erhalten.